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Texte der Malerin Gisela Al Amily

Die Künstlerin Gisela Al Amily hat eine Reihe von Texten geschrieben, die Einblicke in ihr ereignisreiches Leben und in ihre Gedankenwelt ermöglichen. Diese Texte, die sie auf dieser Seite finden, erleichtern es, die Motivation zu ihren Bildern nachzuvollziehen und ihren Inhalt zu entschlüsseln. Ganz abgesehen davon sind sie interessant und teilweise spannend zu lesen. Die Texte entstanden zum Teil in einer Schreibwerkstatt, an der sie jahrelang teilnahm, hauptsächlich jedoch schrieb sie sie privat, meist auf ihrer elektrischen Schreibmaschine. Einen Computer besaß sie nie.

Die Texte sind in verschiedene Gruppen eingeteilt, zu denen Sie über die folgenden Links navigieren können:

1) Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit 1) Zweiter Weltkrieg
2) Leben in Frankreich 1960 - 1961 2) Leben in Frankreich
3) Leben in Bagdad 1966 - 1969 3) Leben in Bagdad
4) Leben in Riad 1982 - 1985 4) Leben in Riad
5) Texte zu verschiedenen Themen 5) Verschiedene Themen
6) Gedichte

Als Einstieg eignet sich gut der Text "Mein bewegtes Leben in Kurzform*" vom März 2014, in dem die Malerin in sehr groben Zügen ihr Leben bis dahin Revue passieren lässt.

Bei den Überschriften handelt es sich manchmal im Original nur um Zwischenüberschriften innerhalb eines längeren Textes. Bei Texten, die im Original keine Überschrift haben, wurde diese postum hinzugefügt. Solche Überschriften sind mit einem Sternchen (*) versehen - um nicht ablenkend zu wirken, jedoch nur hier auf der Übersichtsseite.


Texte der Künstlerin über den Zweiten Weltkrieg und die Nachkriegszeit

Als Kind erlebte die Malerin während des Zweiten Weltkriegs viele Fliegeralarme und mehrere Bomben- und Artillerieangriffe auf ihre Heimatstadt Uelzen, mit Einschlägen auch in unmittelbarer Nähe ihres Wohnhauses. Mit neun Jahren erlebte sie die dramatische etwa fünftägige Entscheidungsschlacht um die von der Wehrmachtsführung zur "Festung" deklarierten Stadt. Ihr Vater geriet in sowjetische Kriegsgefangenschaft und kam 1946 schwer gezeichnet heim. Nach dem Krieg erlebte sie eine entbehrungsreiche Zeit bis zur Währungsreform 1948. Diese Erlebnisse prägten die Künstlerin stark. Sie beschäftigte sich intensiv damit und legte verschiedene Ordner darüber an. Bei Familienzusammenkünften erzählte sie immer wieder eindringlich von dieser Zeit, und bei Treffen mit Uelzener Zeitgenossen war der Krieg regelmäßig ein Hauptthema.


  • Achtung, Achtung, wir geben eine Luftlagemeldung

    Gisela Al Amily erzählt von ihren Erlebnissen während der Fliegeralarme und der Bombardierungen ihrer Heimatstadt Uelzen im Zweiten Weltkrieg. Da Anfangs nur größere Städte bombardiert werden, machen ihr Fliegeralarme zunächst wenig Angst, ja, sie findet Gefallen am Spielen mit den Nachbarn im Keller. - Doch dann fallen die ersten Bomben auf Uelzen. Ein Nachbarsmädchen ist unter den Opfern. Die Unbekümmertheit bei Alarmen weicht Panik und Todesangst. Und es wird schlimmer und schlimmer.

  • Ein Knotenpunkt wird Verteidigt

    April 1945. Der Krieg ist eigentlich bereits verloren, jeder weitere Widerstand sinnlos. Die Briten stehen kurz vor Uelzen, wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und Heimatstadt der Künstlerin, und sie fordern die Übergabe. Da trifft die Wehrmachtsführung die Entscheidung, Uelzen zur "Festung" zu erklären und ordnet die Verteidigung bis auf den letzten Mann an. Ein dramatischer fünftägiger Kampf entbrennt. Artillerie, Tiefflieger, Häuserkampf. Ständige Detonationen, Tag und Nacht. Malerin Gisela Al Amily schildert, wie sie diese Zeit und das Ende des Krieges erlebte.

  • Erlebnisse meiner Tante beim Kampf um Uelzen*

    Bei einem Gespräch am 13. März 1998 mit einer ihrer Tanten, die auch Gisela heißt, erzählt diese der Künstlerin von ihren Erlebnissen während des Kampfes um Uelzen im April 1945. In diesem Text hat die Malerin diesen Bericht, vermutlich anhand von Notizen, aufgeschrieben.

  • Weihnachten 1945

    Weihnachten 1945. Der Krieg ist zu Ende. Deutschland liegt am Boden, und auch große Teile Uelzens, der Heimatstadt der Künstlerin, sind zerstört. Die Erinnerungen an die schlimmen Bombennächte sind noch frisch und das Schicksal des Vaters ist ungewiss. Es fehlt an allem. Feiern fällt in dieser Lage schwer. Dennoch gelingt der Familie ein bescheidenes Weihnachtsfest.

  • Zwiegespräch mit meinem Vater*

    Im Jahr 2000 beschäftigte sich die Künstlerin intensiv mit der Geschichte ihres Vaters in sowjetischer Kriegsgefangenschaft und legte hierüber einen Ordner an. Einige Zeit vorher hatte sie das Buch "Der Archipel Gulag" von Alexander Solschenizyn gelesen, das sie tief beeindruckt hatte. In diesem Zusammenhang verfasste sie ein fiktives Zwiegespräch mit ihrem Vater. Hierzu schrieb die Malerin: "Das 'Zwiegespräch' zwischen meinem Vater und mir ist entstanden aus seinen Notizen, Briefen seiner Kameraden und meiner Erinnerung an seine Erzählungen."

  • Eine Zugfahrt nach Molzen 1946

    Gisela Al Amily ist zehn Jahre alt, als sie 1946 mit dem Zug zu ihrer Tante nach Molzen fährt, deren Haus bei der Bombardierung Uelzens zerstört wurde. Kurz vor Molzen bremst der Zug plötzlich scharf und kommt zum Stehen. Aufgeregtes Rufen. Ein Mann soll sich vor den Zug geworfen haben. Als die Künstlerin, am Ziel angekommen, davon berichtet, wird sie von einem befreundeten Bauernmädchen überredet, zum Ort des Geschehens zu gehen ...

  • Der Tisch

    Gisela Al Amily schätzte antike Möbel, antiken - vor allem arabischen - Silberschmuck und andere alte Gegenstände, auch wenn - oder manchmal gerade weil - diese teilweise erhebliche Abnutzungsspuren aufwiesen, und sie interessierte sich für die Geschichten dahinter. Hier erzählt sie von einem alten Tisch, den ihr Großvater gefertigt hatte und der nach dem Krieg für ihre zerstörte Schule gespendet wurde.

  • Brief an den Bürgermeister von Uelzen*

    Am 8. März 1998 wendet sich Gisela Al Amily in einem Brief an den Bürgermeister ihrer Heimatstadt Uelzen, Günter Leifert. Darin beschreibt sie, wie sie Zeugin wurde, als während des Kampfes um Uelzen 1945 zwei ihrer Nachbarn unter höchster Lebensgefahr das Leben eines durch Artillerie schwer verletzten Mannes retteten, und sie regt eine postume Ehrung der beiden an. Nach einem Austausch mehrerer Briefe mit dem Bürgermeister wird die das Ereignis schildernde Passage aus diesem ersten Brief der Künstlerin von der Pastorin Esther Insel, während einer Ansprache zum Volkstrauertag am 15.11.1998, am Mahnmal für die Kriegstoten im Uelzener Stadtwald, vorgelesen.


Texte über das Leben der Malerin Gisela Al Amily in Frankreich von 1960 bis 1961

Von Mai 1960 bis Juni 1961 lebte Gisela Al Amily als Au-pair-Mädchen bei einer adligen Familie in der Rue Scheffer im vornehmen 16. Arrondissement von Paris und zeitweilig im Château de Villegly, dem Schloss der Familie in Villegly in Süd-Frankreich. Sie verlebte dort eine sehr interessante und glückliche Zeit und gewann Freundinnen fürs Leben. Um gut Französisch zu lernen, besuchte sie die Alliance Française und erwarb das Diplôme de Langue Française mit Auszeichnung. 37 Jahre später kehrte sie erstmals nach Villegly zurück und unternahm in den Folgejahren noch weitere Reisen dorthin.


  • Villegly - 1. Teil

    Gisela Al Amily lebt 1960 als Au-pair-Mädchen in Paris bei einer adligen Familie und fühlt sich dort sehr wohl. Im Sommer machen sie gemeinsam drei Monate Urlaub, unter anderem bei den Großeltern in Villegly, einem kleinen Ort in Süd-Frankreich. Immer wieder ist von einem "Château", einem Schloss, die Rede, was die Künstlerin für die übertriebene Bezeichnung des Elternhauses hält. Doch groß ist ihre Verwunderung, als sie später tatsächlich vor einem stattlichen Schloss steht, dem Château de Villegly. Dort verbringt sie eine aufregende, schöne Zeit, die sie viele Jahre später zu mehreren Bildern inspiriert.

  • Villegly - 2. Teil

    1995 trennt sich Gisela Al Amily nach über drei Jahrzehnten Ehe von ihrem Mann und muss sich völlig neu orientieren. Sie spielt mit dem Gedanken, noch einmal als Au-pair nach Frankreich zu gehen, doch bei der Vermittlungsstelle lacht man, als sie ihr Alter nennt. Als sie sich wieder verstärkt mit Frankreich beschäftigt, versucht sie, ihre damalige Au-pair-Familie ausfindig zu machen, zu der der Kontakt abgebrochen ist. Und es erwacht der Wunsch in ihr, noch einmal in "ihr" Dorf zurückzukehren - Villegly.


Texte der Malerin Gisela Al Amily über ihr Leben in Bagdad (Irak) und die Zeit kurz danach

Von 1966 bis 1969 lebte Gisela Al Amily zusammen mit ihrem Mann und erstem Sohn in Bagdad im Irak, in einer für sie gänzlich fremden, aber hochinteressanten Welt, mit einem völlig ungewohnten Klima mit Temperaturen im Sommer bis ca. 50 Grad im Schatten. In Bagdad macht die Künstlerin eine Vielzahl interessanter und schöner, aber auch einiger unangenehmer Erfahrungen.


  • Vorwort

    Gisela Al Amily schildert kurz einige Geschehnisse und die Situation kurz vor ihrer Abreise nach Bagdad im Irak.

  • Freitag der Dreizehnte

    Die Malerin berichtet von ihrem schmerzlichen Abschied von Deutschland 1966 und von ihrer aufregenden und beschwerlichen Reise, allein mit ihrem kleinen Sohn, nach Bagdad in den Irak, wo sie - so dachte sie - für immer zusammen mit ihrem Mann leben würde. Unter anderem erwähnt sie einen Taxifahrer, der aus einem sehr ungewöhnlichen Grund einen höheren Preis forderte.

  • Wohnen in Bagdad-Alwiya

    Gisela Al Amily schildert ihre Wohnsituation zu Beginn ihres Lebens zusammen mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Bagdad und erzählt von einigen Aktivitäten, um sich einzurichten - und sie berichtet von einer unangenehmen Begegnung beim Öffnen des Küchenschranks.

  • Aller Anfang ist schwer

    Die Künstlerin berichtet von einer Cholera-Epidemie zu Beginn ihres Lebens in Bagdad - und ihren etwas extremen Vorsichtsmaßnahmen dagegen - und vom sog. "Bagdad-Bauch". Sie erzählt von den ersten Erkundungsgängen in ihrer "besseren Wohngegend" und von aufkommender Sehnsucht beim Anblick sich lebhaft unterhaltender Nachbarsfrauen. Letztlich erwähnt sie ihre Schwiegerfamilie, deren Oberhaupt eine herausragende Persönlichkeit seiner Stadt ist.

  • Unser kleines Haus (Mushtamal) und unsere Nachbarn

    Gisela Al Amily schreibt über die Anmietung eines Hauses in der Nähe einer Kirche in Bagdad und über ihre jüdischen und armenischen Nachbarn, und sie erwähnt die beginnende innige Freundschaft zu Letzteren. Darüber hinaus erzählt sie von einer Gepflogenheit, die zu erfüllen ihr nicht ganz leicht fiel und von der unerwarteten Sprachentwicklung ihres Sohnes.

  • In guter Nachbarschaft

    Die Künstlerin lebt seit einigen Wochen in Bagdad im Irak, seit kurzem in einem kleinen Haus. Da verspürt sie die starke Sehnsucht nach einer Freundin in dieser Fremde. An einem Sonntagvormittag klingelt es an der Tür. - Eine jahrelange innige Freundschaft mit einer armenischen Nachbarsfamilie kündigt sich an.

  • Mein erster Winter in Bagdad

    Nachdem die Malerin für sie völlig ungewohnte extreme Hitze und Trockenheit in Bagdad erfahren hat, erlebt sie in ihrem ersten Herbst und Winter dort ein völlig anderes Klima. Ein Kleidungsstück kommt zum Einsatz, das man in Bagdad eher für nutzlos halten würde, und ein "Sopa" leistet gute Dienste. Weihnachten feiert sie auf unerwartete Weise.

  • Ein Sommertag - in Bagdad 1967

    Die Temperaturen in Bagdad steigen im Sommer auf in Deutschland völlig unbekannte Höhen. 50 Grad im Schatten sind keine Seltenheit. Gisela Al Amily schildert, wie sich die Hitze auf sie auswirkte und mit welchen Maßnahmen sie versuchte, diese so erträglich wie möglich zu machen.

  • Weihnachten - Bagdad 1967

    Malerin Gisela Al Amily erlebt 1967 ihr zweites Weihnachten in Bagdad, das diesmal ein würdiges deutsches Weihnachtsfest zusammen mit den befreundeten armenischen Nachbarn werden soll. Mit viel Erfindungsgeist und Improvisationstalent scheint sie die Herausforderung zu meistern - doch dann die Katastrophe! - Eine wahrhaft "köstliche" Weihnachtsgeschichte.

  • Lieber reich und gesund als arm und Krank

    Der Sohn der Künstlerin ist wieder einmal krank. Staatliche Krankenhäuser in Bagdad sind kostenlos - aber eine Katastrophe. Doch wie eine weitere bessere Behandlung trotz Geldmangels bezahlen? Es kommt zu einer peinlichen Situation bei einem armenischen Arzt.

  • Dar es Salam - Haus des Friedens

    Gisela Al Amily erleidet in Bagdad eine Fehlgeburt. Sie begibt sich in ein Krankenhaus, um eine Kürettage (Ausschabung der Gebärmutter) vornehmen zu lassen. Die hygienischen Zustände dort sind katastrophal, insbesondere für die auf Sauberkeit besonders bedachte Künstlerin. Die Behandlung "erster Klasse" entwickelt sich zu einem Alptraum - denn sie erfolgt ohne jegliche Betäubung.

  • Sommer - Sonne - Sand - reichlich

    Temperaturen in Bagdad von fast 50 Grad - natürlich im Schatten - machen der Künstlerin zu schaffen - und führen zu einem deutlichen Schwund des Geschirrs. Wüstenstürme bringen eine rötlich-gelbe Fracht, die den Himmel trübt und anschließend viel Arbeit erforderlich macht. Aber die Malerin erlebt auch Dinge, die an Tausendundeine Nacht erinnern.

  • Die kleinen Vergnügen des Alltags

    Malerin Gisela Al Amily schreibt von einigen Annehmlichkeiten und anderen interessanten Aktivitäten während ihres Lebens in Bagdad (Irak): vom Lebensmittelsouk, vom Genuss eines "Masgouf" direkt am Tigris, vom Schwimmbad - und sie erzählt von einer Zauberformel, die ihr Herz schneller schlagen ließ.

  • Ein bisschen Deutschland

    Gisela Al Amily beginnt eine Arbeit als Kindergärtnerin an der deutschen Schule in Bagdad (Irak). Sie gewinnt neue Freunde und die finanzielle Situation der Familie verbessert sich erheblich - und es gibt drei Monate bezahlte Ferien. Dann ermöglicht das Organisationstalent ihres Mannes etwas, das bei der Künstlerin einen Freudentaumel auslöst.

  • Lucy Mouradian und Familie

    Die Künstlerin entwickelt eine innige Freundschaft zu einer armenischen Nachbarsfamilie. Ihr kleiner Sohn lernt Armenisch und wird zum "Dolmetscher". Eine zentrale Person ist für die Malerin Mutter, Freundin und Heimat zugleich - Mama Lucy.

  • Die Verwandten

    Die Künstlerin erzählt von ihrer streng religiösen Schwiegerfamilie im Irak, von ungewöhnlichen Gepflogenheiten, von ihrem Leibgericht, ihren Qualitäten als "Friseurin" - und von einem Geheimnis, das ihre Schwiegerfamilie auf keinen Fall erfahren soll.

  • Ein Wochenende in Qalat Salih

    Gisela Al Amily unternimmt mit ihrem Mann einen Besuch bei ihren Schwiegereltern in der kleinen Stadt Qalat Salih im Südirak. Erstmals muss sie sich mit einer schwarzen Abaya verhüllen - denn ihr Schwiegervater, Scheich Mohammed, ist geistliches Oberhaupt der Stadt. Ihre Anwesenheit erregt neugierige Blicke bei den Anwohnern, die vermutlich noch nie eine Ausländerin gesehen haben.

  • 1967 - Ereignisse zum Sechstagekrieg

    Unangenehme Kriegserinnerungen flammen auf, als der Sechstagekrieg ausbricht. Gisela Al Amily sieht sich als Ausländerin in Bagdad plötzlich Anfeindungen ausgesetzt, wird beschimpft. In einem Bus kommt es zu einer brenzligen Situation. Wenig später eine schreckliche Nachricht. Unruhen drohen. Die Schule wird eilig geräumt. Das Fernsehen zeigt das grausige Geschehen.

  • Albträume

    Bagdad nach dem Sechstagekrieg. Mitten in der Stadt sind in aller Öffentlichkeit vermeintliche Spione aufgehängt worden - für Gisela Al Amily ein erschütterndes und beängstigendes Ereignis. Kurz darauf wird die Malerin von schlimmen Albträumen heimgesucht. Eine böse Vorahnung?

  • Faris unterwegs

    Nach einer Frühgeburt im vergangenen Jahr ist die Künstlerin erneut schwanger (mit ihrem zweiten Sohn, Faris). Aber die Zukunftsaussichten in Bagdad sind keineswegs rosig, ebensowenig die Aussicht, ihr Kind in einem irakischen Krankenhaus zur Welt zu bringen. Da überrascht ihr Mann sie mit einem Vorschlag, der so verlockend ist, dass sie alle Bedenken vergisst. Doch seine Umsetzung erfordert auch Opfer.

  • "Fernsehstars"

    Künstlerin Gisela Al Amily und ihr Sohn werden 1968 "Fernsehstars" im irakischen Fernsehen. Die Gage ist ungewöhnlich - und landet schon bald im Müll. Dafür kann ihr Mann sie nun in Bagdad regelmäßig im Fernsehen sehen - auch nachdem die Malerin mit ihrem Sohn längst nach Deutschland zurückgekehrt ist.

  • Die traurige Braut

    Gisela Al Amily nimmt an einer Feier vor der arrangierten Hochzeit einer hübschen jungen Frau, einer Nichte, teil. Die Künstlerin ist die einzige Ausländerin, viele der Anwesenden haben zuvor noch nie eine gesehen. Ihr gebührt die Ehre, der Braut beim Umkleiden und Zurechtmachen zu helfen - was sie anscheinend so geschickt macht, dass sie zu einer Attraktion des Festes wird. - Doch die Stimmung der Braut ist wie von einer dunklen Vorahnung getrübt.

  • Abschied

    Die Künstlerin ist hochschwanger und die Hitze extrem, was die Vorbereitungen für die Heimkehr nach Deutschland beschwerlich macht. Letzte Einladungen von Freunden und Bekannten, die Zeit vergeht schnell. Dann ist der Tag gekommen - der Abschied für immer von Bagdad und der Abschied von liebgewonnen Menschen.

  • Frau Meyer und Faris

    Die Malerin erzählt von der Zeit kurz nach ihrer Heimkehr, hochschwanger, nach Deutschland, zu ihren Eltern nach Uelzen. Ihr Mann reist zunächst zurück in den Irak. In einer Klinik bringt sie ihren zweiten Sohn zur Welt. Dass sie nicht, wie die anderen Mütter, Besuch von ihrem Mann bekommt, schmerzt sie - und dann kommt es auch noch zu einer absurden Behörden-Posse, die sie in große Aufregung versetzt.

  • Eine Fremde im eigenen Land

    Kurze Zeit nach der Geburt ihres zweiten Sohnes muss die Künstlerin in Uelzen wegen ihrer Kinder zur Ausländerbehörde. Ein Beamter macht ihr unmissverständlich klar, dass sie wieder in Deutschland ist ... Auch sonst ist die erste Zeit zurück in der Heimat wenig erfreulich.

  • Ein Job - und wie er mein Leben veränderte

    Drei Monate nach der Geburt ihres zweiten Sohnes beginnt die Künstlerin halbtags als Schwesternhelferin im Kreiskrankenhaus Uelzen zu arbeiten, während ihr Mann noch in Bagdad ist. Es ist eine harte Zeit. Sie pflegt schwerstkranke Frauen - einige bis in den Tod - und manches schreckliche Leiden geht ihr sehr nahe. Und dann erkrankt auch noch ihre Mutter schwerwiegend - die sich eigentlich um das Baby kümmern wollte. Ein Ausspruch Friedrich Nietzsches wird zu ihrem Leitsatz.


Texte über das Leben der Malerin Gisela Al Amily in Riad, Saudi-Arabien 1982 bis 1985

Von 1982 bis 1985 lebte Gisela Al Amily in Riad, Saudi-Arabien, mit ihrem Mann, einem Sohn und Kater Mucki. Trotz der vielen Einschränkungen, insbesondere für Frauen, verbringt sie dort eine außerordentlich glückliche und interessante Zeit. Ihr Leben ist ungewohnt komfortabel, denn die Firma Philips, für die ihr Mann arbeitet, hat der Familie angenehme Bedingungen geschaffen, ein großes, voll eingerichtetes Haus mit Klimaanlage, eine Haushaltshilfe, Fahrdienste und manches andere. Doch kaum hat das schöne neue Leben begonnen, muss die Künstlerin eine der härtesten Prüfungen ihres Lebens durchstehen - ein großer Tumor in der rechten Niere, der sich durch unerträgliche Schmerzen bemerkbar macht. Doch sie übersteht diese große Herausforderung glücklich. Und nicht nur das: Als eine positive Folge dieser schweren Krankheit entdeckt sie die Malerei wieder, die ihr Leben von da an ungemein bereichert.


  • Glücklich, wie lange nicht

    Seit vier Wochen lebt Gisela Al Amily zusammen mit ihrem Mann, einem ihrer Söhne und Kater Mucki in Riad. Nach schwierigen Jahren, oft beruflich bedingt lange getrennt von ihrem Mann, genießt sie dieses neue gemeinsame Leben in der Hauptstadt Saudi-Arabiens. Dazu trägt auch viel die Firma Philips bei, die für die Familie ein komfortables Haus angemietet hat und auch sonst für manche Annehmlichkeit sorgt - unter anderem für einen Houseboy, der im Haushalt hilft. Die Künstlerin lernt Menschen aus aller Welt kennen. Kater Mucki erforscht sein neues Jagdrevier. - Und auch die Malerin hat ein Jagdrevier ...

  • Der Stein

    Seit Wochen genießt Gisela Al Amily ihr neues Leben in Riad, Saudi-Arabien, da beginnt sie Ende März 1982 Schmerzen in der Nierengegend der rechten Seite zu bekommen. Sie vermutet einen Gallenstein. Eine ärztliche Untersuchung beruhigt sie zunächst - doch die Schmerzen werden schlimmer und schlimmer ...

  • Eine Minute vor zwölf

    Riad, Saudi-Arabien, Ende März 1982. Gisela Al Amily hat unerträgliche Schmerzen in der rechten Seite und braucht dringend Hilfe. In einem holländischen Camp mit Krankenstation wird sie geröntgt. Am nächsten Tag die schlechte Nachricht: "Entweder eine Zyste - oder ein Tumor. Fliegen Sie schnellstmöglich nach Europa." Brutal aus ihrem gerade so schön gewordenen Leben gerissen, fliegt sie in ihrem schlimmen Zustand allein nach Eindhoven. Dort offenbart ihr ein Arzt den Ernst der Lage ...

  • Wenn - Malen nach der Operation

    Ein Text zum Thema "Wenn", den die Künstlerin im Rahmen einer Schreibwerkstatt bei LAB in Hamburg-Fuhlsbüttel schrieb, wo sie selbst zwei Malgruppen leitete. Darin schildert sie, wie sie als Folge ihrer schweren Erkrankung 1982 in Riad (Saudi-Arabien) die Malerei entdeckte und wie sich dies auf ihr weiteres Leben auswirkte.

  • Rauschen

    Riad, Saudi-Arabien, 1983. Draußen herrscht glühende Hitze bei 45 Grad im Schatten - aber die Malerin liegt entspannt auf dem Sofa im angenehm klimatisierten abgedunkelten Wohnzimmer ihres komfortablen Hauses. Leises Summen der Klimaanlage. Plötzlich gesellt sich ein Klopfen hinzu, dann ein Rauschen - und schlagartig ist es mit der Entspannung vorbei.

  • Die Spritztour

    An Silvester 1983 unternimmt die Künstlerin zusammen mit ihrer Familie einen Ausflug in die Wüste nahe Riad. Es soll nur eine kleine Spritztour werden, weshalb sie weniger Proviant und Wasser als sonst dabei haben - und weniger Benzin im Tank. Doch die Ausfahrt wird unangenehm, als eine Wüstenpiste sich im Nichts verliert und sie den Weg zurück nicht finden - wobei sie mehrfach im Sand stecken bleiben. Als sie ein Auto sehen, scheint die Situation gebannt, doch es hat sich auch verirrt - und verschwindet bald darauf auf mysteriöse Weise. Es kommt zu einer beunruhigenden Irrfahrt durch die unendlich erscheinende Einsamkeit. Als die Tanknadel den roten Bereich erreicht, wird die Situation bedrohlich.


Texte der Malerin zu verschiedenen Themen

In dieser Rubrik haben wir einige Texte zusammengefasst, die nicht recht in eine andere passen wollten. Sie handeln von ganz unterschiedlichen Themen und sind aus verschiedenen Lebensabschnitten der Künstlerin. Dass die Texte in dieser Rubrik eingeordnet sind, bedeutet nicht, dass sie weniger interessant sind als die anderen. Am Ende des Beschreibungstextes steht jeweils das Datum der Erstellung.


  • Der vergessene Landstrich

    Gisela Al Amily erzählt von ihrer Bekanntschaft mit einer kleinen Gaststätte an der Elbe in einem ehemaligen Sperrgebiet der DDR, deren Name angesichts der damaligen Situation schmunzeln lässt. Eine heitere, aber auch nachdenklich stimmende Geschichte zum geteilten Deutschland. (1996)

  • Die Allee

    Zum Thema "Gedanken zu einem Gemälde", vermutlich im Rahmen einer Schreibwerkstatt, in der sie Mitglied war, schreibt Gisela Al Amily über die Entwicklung ihrer Liebe zur Stadt Dresden, einer Stadt, die für sie ein Symbol für den Wahnsinn des Krieges, aber auch der Hoffnung ist. (20.11.1997)

  • Ein langer Weg

    Eine Frau, Susanne, erreicht nach einem beschwingten Abend nachts die Endstation mit dem Bus. Singend und in Erinnerungen schwelgend macht sie sich auf den 30-minütigen Fußweg nach Hause. Doch die Stille und die Dunkelheit machen ihr Angst. Ihr Singen verstummt. Plötzlich gerät sie in Panik. Noch ein Stück, dann erreicht sie ihr Haus. Geschafft! - denkt sie ... (15.1.1998)

  • Interview mit der Malerin Gisela Al Amily

    In einer Sonderausgabe der Zeitschrift des ehemaligen Hamburger Stadtteilvereins Im Tarpenwinkel e.V. zum Thema Frauen, Kunst, Kreativität erscheint 1998 ein Interview mit Gisela Al Amily. Darin beschreibt sie, wie sie zur Malerei kam, welche Bedeutung diese in ihrem Leben hat und welche Veränderungen die Malerei auch bei ihren Malschülerinnen bewirkt. Darüber hinaus äußert sie sich zu anderen Aspekten der Thematik. (1998)

  • Der einsame Harzer

    Der Vater der Künstlerin war ein guter Erzähler und unterhielt auf mancher Feier die Anwesenden mit lustigen Anekdoten, aber auch ernsteren Geschichten aus seinem Leben. Hier erzählt die Malerin eine seiner heiteren Geschichten, bei der ein zweckentfremdeter Harzer Käse die Hauptrolle spielt. (5.4.1998)

  • Auf dem Bahnhof

    Gisela Al Amily wartet, vermutlich in Hamburg, auf einen Zug nach Schwerin. Da wird sie von einem jungen Mann in gebrochenem Deutsch um eine Auskunft gebeten. Als sich herausstellt, dass er aus Syrien kommt, überrascht ihn die Künstlerin mit ihren Arabischkenntnissen. - Eine nette kleine menschliche Begebenheit, wie sie die Malerin so mochte. (16.7.1998)

  • Flick und Flock

    Gisela Al Amily erzählt von der Zeit, als sie als Fünfjährige wochenlang an Scharlach erkrankt ist. Ihre Mutter liest ihr Geschichten vor. Eine davon ist so traurig, dass die Künstlerin für die Protagonisten zum Lieben Gott betet. (20.3.1999)

  • Begegnung in der U-Bahn

    Gisela Al Amily sitzt nach einem anstrengenden Besuch bei einer Tante in der U-Bahn in Hamburg. Es ist fast Mitternacht. An einer Haltestelle steigt ein unheimlich wirkender Mann ein. Als der Zug sich in Bewegung setzt, stellt die Malerin fest, dass sie ganz allein mit ihm im Abteil ist. - Dann kommt er auf sie zu. (17.11.1999)

  • Briefwechsel mit dem FAZ-Journalisten Michael Martens*

    Am 23. März 2000 erscheint in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ein langer Artikel des Journalisten Michael Martens über die Stadt Uelzen, in der sie mehrfach mit Lüneburg und Celle verglichen wird - und dabei schlecht abschneidet. Am 29. März schreibt Gisela Al Amily einen Brief an den Journalisten, in dem sie ihn auf einen schwerwiegenden Mangel seines Artikels hinweist und eine Lanze für ihre Heimatstadt bricht. Der Journalist antwortet ihr, woraufhin die Künstlerin ihm noch einmal antwortet. (ab 29.3.2000)

  • Dieter

    Gisela Al Amily erzählt von ihrer ersten Liebe. Er ist blond und blauäugig, und er singt gerne. Für sie ist es Liebe auf den ersten Blick. Zusammen verbringen sie stets eine schöne Zeit, und sie beschließen zu heiraten. Doch es kommt anders ... - Eine heitere und gleichzeitig etwas traurige Geschichte aus dem Leben der Malerin. (August 2000)

  • Gedanken zu meinem Bild "CAROLINE"

    Ein "Brief" der Malerin an das fiktive Mädchen, das auf dem Gemälde "Caroline" abgebildet ist. Darin beschreibt sie den Schaffensprozess und welche Gedanken ihr dabei kamen.
    Der Text zeigt exemplarisch, dass Malen für Gisela Al Amily keineswegs immer eine entspannte Beschäftigung war, sondern oft ein langwieriger, anstrengender Prozess bei voller Konzentration - ein "Kampf" wie sie selbst es nannte - der jedoch zu großer Zufriedenheit und Stolz führte, wenn ein Bild gelungen war. Er zeigt auch beispielhaft, wie die Künstlerin eine emotionale Beziehung zu den von ihr auf Leinwand oder Papier geschaffenen Menschen entwickelte. (3.11.2000)

  • Ulla - Brief an eine Verstorbene*

    Vermutlich im Rahmen einer Schreibwerkstatt schreibt Gisela Al Amily in einer Art Brief an eine verstorbene Freundin ihre Gedanken zu einer Anzeige in einer norddeutschen Tageszeitung auf, die eine Frau 1999 vermutlich anlässlich des Todes einer anderen Frau aufgegeben hat. (16.11.2000)

  • Jahrmarkt

    Die Künstlerin schreibt über ihre Freude am Besuch von Jahrmärkten, nachdem die Jahre des Krieges und der Entbehrungen vorbei sind. Der Text entstand im Rahmen einer Schreibwerkstatt als erste Geschichte zum Thema "Der letzte Satz ... ist der Anfang einer neuen Geschichte", bei dem jeweils ein anderer Teilnehmer den letzten Satz seines Vorgängers als Anfangssatz seiner Geschichte nahm. (29.3.2001)

  • Die Küche meiner Kindheit

    In einem Text für ihre Schreibwerkstatt schreibt Malerin Gisela Al Amily zum übergeordneten Thema "Die Küche meiner Kindheit" ihre Erinnerungen über diesen Ort. Unter anderem schildert sie darin, wie ihre Familie gegen Ende des Krieges nur sehr knapp einem großen Unglück entging. (Januar 2002)

  • Hobby

    In diesem Text erzählt die Malerin noch einmal die Geschichte, wie sie durch ihre schwere Erkrankung zur Malerei kam und wie diese eine zentrale Rolle in ihrem Leben einnahm. Dass sie die Malerei hier als "Hobby" bezeichnet - eine starke Untertreibung - liegt vermutlich daran, dass sie den Text im Rahmen einer Schreibwerkstatt zum Thema "Hobby" geschrieben hat. (8.3.2003)

  • Der 11. September 2001

    Es ist der 11. September 2001. Gisela Al Amily ist mit einer Freundin auf Entdeckungstour in Oldenburg i. O. Trotz schlechten Wetters sind sie sehr zufrieden mit dem Erlebten und sie gehen zum Bahnhof. In der Bahnhofshalle scherzt die Malerin über die vielen Leute, die sich auf einer Leinwand offenbar einen Horrorfilm ansehen. - Dann sagt ein junger Mann was geschehen ist. (10.4.2003)

  • Geträumt, gedacht, gemacht

    Gisela Al Amily liebte die Stadt Dresden, die sie kennenlernte, als ihr Mann dort längere Zeit arbeitete. Obwohl sie in Hamburg viele Freunde und eine sehr befriedigende Aufgabe als Malkursleiterin hatte, wollte sie später in "ihre Traumstadt" ziehen. Doch nach reiflicher Überlegung verwarf sie diesen Plan. Stattdessen zog sie nach Berlin in die Nähe ihres Mannes, der dort seit etwa einem Jahr lebte. Zu dieser Entscheidung schrieb sie am 22. April 2003 handschriftlich diesen kurzen Text. (22. April 2003)

  • Die Alten

    Gisela Al Amily war jahrelang Mitglied einer Schreibwerkstatt. Bei einem Text lautete die Aufgabe, zum Thema "Werte" einen Dialog zwischen dem ältesten und dem wertvollsten Einrichtungsstück/teil zu schreiben.
    Sie schrieb diese fiktive Unterhaltung zwischen einem von ihrem Großvater ca. 1875 als Meisterstück gefertigten Sekretär und einer Bibel von 1849. Darin erzählt sie auf humorvolle und berührende Weise die teils turbulente Geschichte der beiden Stücke und offenbart darüber hinaus einige eigene Charakterzüge. (29.4.2003)

  • Die Straße meiner Kindheit

    Die Künstlerin erzählt von ihren Erinnerungen an die Straße, in der sie ihre Kindheit verlebte, und an ihre Wohnung darin, in der sie auch geboren wurde. Sie beschreibt die Umgebung, nennt Spiele, die sie gespielt hat und schreibt von der Zeit beim Kampf um Uelzen sowie der Nachkriegszeit. (April 2003)

  • Grenzüberschreitung

    Die Mauer ist gefallen. In ganz Deutschland herrscht freudige Spannung über die unglaublichen Ereignisse der letzten Wochen. Da hört Gisela Al Amily am zweiten Weihnachtstag 1989 morgens im Radio, dass nun auch Westbürger frei in die DDR einreisen dürfen. Sofort mobilisiert sie ihren Mann und jüngeren Sohn, und kurz darauf sind sie im Auto unterwegs von Hamburg nach Wismar in Ostdeutschland. - Es wird eine emotional tief bewegende Fahrt.
    Dieser Text erschien 2009 in dem Buch "Zu Wahrheiten vereint - Eine Begegnung von 31 Autoren aus Ost & West" (Juni 2003)

  • Begegnung

    Nach einem Besuch bei ihrem Sohn in Trier, bei dem sie sich gestritten haben, sitzt die Künstlerin im Zug nach Hamburg. Es geht ihr schlecht. Da steigt eine ältere Dame hinzu, die sich freundlich nach ihrem Befinden erkundigt. Es beginnt eine Unterhaltung, die in einer engen Freundschaft mündet. (2.7.2003)

  • Der Einbrecher

    Nachdem sie 2002 von Hamburg nach Berlin-Baumschulenweg gezogen ist, wohnt Gisela Al Amily sieben Monate lang allein in der einzigen bezugsfertigen und bewohnten Wohnung im zweiten Stock eines Hauses, das ansonsten eine Baustelle ist - genau das Richtige für die in solchen Belangen ängstlich veranlagte Künstlerin. Eines Nachts schleicht ein Mann durchs Treppenhaus. (29.9.2003)

  • Dorftanz

    Anja, verabschiedet sich von ihrer Freundin, mit der sie zusammen auf einem Dorftanz ist. Der letzte Zug nach Waldstadt fährt bald ab. Sie eilt durch die feuchtkalte Novembernacht zu dem abgelegenen Bahnhof - doch sie erreicht ihn zu spät. Kein Kleingeld zum Telefonieren. Fröstelnd wartet sie auf den Morgen. Da kommt ein Auto! Ein Mann holt Zigaretten aus dem Automaten. Sie fasst sich ein Herz und bittet ihn um eine Mitfahrt nach Waldstadt. Als er zustimmt, steigt sie zu ihm ein. Nach einer Weile Fahrt hält er plötzlich an - und verschwindet in der Dunkelheit. (12.10.2003)

  • Ein glücklicher Zufall

    Gisela Al Amily macht, vermutlich 1988, Urlaub in Hindelang (seit 2001 Bad Hindelang) im Allgäu. Am Tag nach der Ankunft macht sie sich auf, die Gegend zu Fuß zu erkunden. Sie folgt einem Weg, der sanft ansteigt. Allmählich wird er immer steiler und schmaler und der Abgrund rückt näher. Für die in solchen Belangen ängstliche Künstlerin der Zeitpunkt umzukehren. - Doch zurück traut sie sich nun auch nicht mehr ... (6.11.2003)

  • Mein bewegtes Leben in Kurzform*

    In diesem Text, der nur handschriftlich vorliegt, erzählt Gisela Al Amily in stark komprimierter Form von den wichtigsten Ereignissen ihres Lebens. Möglicherweise wollte sie ihr spannendes Leben darin noch einmal Revue passieren lassen und eine Art Bilanz ziehen. Denn der Text entstand im März 2014, ca. sechs Monate nachdem sie erfahren hatte, an Lungenkrebs erkrankt zu sein. Zusätzlich könnte ein ganz praktischer Grund eine Rolle gespielt haben: Sie hatte mit einem ihrer Söhne vereinbart, dass er, für den Fall, dass ihr Leben nun wirklich zu Ende gehen sollte, die Trauerrede für sie halten würde, da sie kein kirchliches Begräbnis wünschte. Vielleicht wollte sie ihm diese Aufgabe mit dem Text etwas erleichtern - was später tatsächlich der Fall war. (23.3.2014)


Gedichte der Malerin Gisela Al Amily

Die Malerin hat einige Gedichte geschrieben, die entweder im Rahmen der Schreibwerkstatt entstanden, in der sie Mitglied war, oder die sie privat schrieb. Sie finden sie im folgenden Abschnitt. Die Reihenfolge ist chronologisch nach dem Datum der Erstellung.
Über die hier aufgeführten Gedichte hinaus, hat sie noch diverse weitere einfach strukturierte zu Geburtstagen von Verwandten und Freunden geschrieben, die von deren Leben handeln, weshalb sie für die meisten weniger interessant sein dürften.


  • Rückblick auf den gemeinsamen Weg*

    In diesem langen Gedicht aus der Weihnachtszeit 1988 erzählt die Künstlerin die Geschichte ihres gemeinsamen Lebens mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern. Sie blickt zurück auf die Lebensstationen in London, Bagdad, Riad, Uelzen und einige mehr, berichtet von Höhen und Tiefen und endet schließlich mit einem positiven Ausblick in Hamburg (wo sie 1988 zusammen mit ihrem Mann in einem eigenen Haus in einer angenehmen Wohngegend in Poppenbüttel lebte).

  • Die Kur*

    Ein heiteres Gedicht Gisela Al Amilys über eine psychosomatische Kur in Scheidegg im Allgäu, auf der sie im Herbst 1994 war. Vorher war sie dreimal auf ähnlichen Kuren in Bad Wildungen. Ihren Aussagen zufolge bewirkten diese Kuren insgesamt sehr bedeutende positive Veränderungen in ihrem Leben.

  • Weihnachtszeit bei KISS*

    Am 1. März 1995 trennte sich die Künstlerin nach 32 Ehejahren von ihrem Mann und zog vom gemeinsamen Eigenheim in Hamburg-Poppenbüttel in eine kleine 1,5-Zimmer-Wohnung in Hamburg-Fuhlsbüttel - ein drastischer Einschnitt. Um diese enorme Veränderung zu bewältigen, nahm sie über die Organisation KISS an einer Selbsthilfegruppe für Trennungsbetroffene teil. "KISS" steht für Kontakt- und Informationsstellen für Selbsthilfegruppen.
    In diesem Gedicht richtet sich die Malerin in optimistischer und mutmachender Weise an ihre Leidensgenossen.

  • Südfrankreich

    Während sie 1960-61 als Au-pair-Mädchen bei einer adligen Familie in Frankreich war, verlebte die Malerin auch eine wunderbare Zeit im kleinen südfranzösischen Ort Villegly, wo sie in dem stattlichen Schloss der Familie wohnte, dem Château de Villegly. Viele Jahre später kehrte sie zu mehreren Reisen nach Villegly und seine Umgebung zurück.
    In diesem Gedicht bringt sie ihre Liebe zu Südfrankreich zum Ausdruck.

  • Herbst

    Im März 1995 unternahm Gisela Al Amily den drastischen Schritt, sich nach 32 Ehejahren von ihrem Mann zu trennen und von dem gemeinsamen Haus in eine kleine Wohnung zu ziehen. Dieses Gedicht, ein Sonett, erzählt zum einen von wehmütigen Gedanken an vergangene Zeiten, zum anderen drückt es Hoffnung aus und den Entschluss, die Zukunft zu meistern.

  • Du

    In diesem Sonett geht es um eine Liebe, die so stark und schön ist, dass sie plötzlich das ganze Leben neu erklingen lässt und Kraft und neuen Lebensmut gibt. Die Malerin schrieb es im November 1998, etwa dreieinhalb Jahre, nachdem sie sich nach 32 Ehejahren von ihrem Mann getrennt hatte. Da die meisten ihrer Texte autobiographisch sind, ist es insofern mysteriös, als von einer neuen Beziehung danach, zumal einer so intensiven, nichts bekannt ist.

  • Der letzte Sommertag

    Dieses im September 1999 geschriebene Sonett drückt zum einen wehmütige Gedanken an den zu Ende gehenden Sommer aus und Reue, die schönen Tage nicht ausreichend genutzt zu haben, und zum anderen Entschlossenheit, die Zukunft besser zu gestalten.

  • Ich, Du, Er*

    In diesem aus vier Strophen à drei Zeilen bestehenden Gedicht geht es um Liebe und Enttäuschung. Es handelt von drei Personen, die nur als "Ich", "Du" und "Er" genannt werden. Erstere steht offenbar mit Letzteren in einer emotionalen Beziehung. Das Besondere an diesem Gedicht ist, dass die Zeilen aller Strophen mit "Ich", "Du" bzw. "Er" beginnen.

  • Das Schreiben befreit*

    In diesem Gedicht geht es um die Wirkung des Schreibprozesses auf die Klärung der Gedanken, Selbsterkenntnis und emotionale Erleichterung. Es macht deutlich, dass Schreiben auch Dunkles und Belastendes zu Tage fördert, aber letztlich befreiend wirkt.

  • In der Wüste

    Als die Künstlerin von 1982 bis 1985 in Saudi-Arabien lebte, unternahm sie häufig, zusammen mit ihrem Mann und teilweise anderen, Ausflüge mit dem Auto in die Wüste. Dabei musste man stets aufpassen, dass man genügend Wasser, Proviant und Benzin dabei hatte, nicht im Sand stecken blieb und sich nicht verfuhr. Eines war dabei immer wieder beeindruckend: die völlige Ruhe und die unendlich erscheinende Einöde.
    Von diesen Ausflügen dürfte dieses Gedicht, ein Sonett, inspiriert worden sein.

  • Weihnachten

    Gisela Al Amily liebte die Weihnachtszeit. Sie stellte ihre von ihr scherzhaft "Warndreiecke" genannten Schwedenleuchter ins Fenster und schmückte dezent ihre Wohnung - seit 1982 stets ohne Weihnachtsbaum, denn den hatte sie sich in Riad mangels Verfügbarkeit "abgewöhnt". Sie hörte passende klassische Musik, vor allem von dem von ihr sehr verehrten Johann Sebastian Bach, und sie gönnte sich die eine oder andere weihnachtliche Nascherei. Darüber hinaus schrieb sie viele Weihnachtsbriefe und erhielt ebensoviele.
    In diesem Gedicht wirft sie allerdings einen recht kritischen Blick auf die Weihnachtszeit.

  • Der unheimliche Mann*

    Irgendwo, vermutlich in Hamburg, wird die Erzählerin in diesem Gedicht sich auf einmal bewusst, dass sie mit einem eigenartigen Mann allein ist. Ihr ist mulmig, macht sich auf einen möglichen Angriff gefasst. Da geschieht etwas Unerwartetes.

  • Ich komme nach Hause

    In diesem Gedicht geht es um Tod, Trauer und Einsamkeit und um das Sichfügen ins Schicksal. Es erinnert stark an die Situation, in der sich die Malerin vermutlich befunden hat, als ihre Mutter Ende September 1977 in Uelzen, nach kurzer schwerer Krankheit, an einem Gehirntumor verstarb. Kurz vorher hatte die Künstlerin eine große Reise nach Kanada unternommen.

  • Frühling

    Dieses Gedicht schrieb die Malerin im März 2003, drei Monate nachdem sie von Hamburg nach Berlin-Baumschulenweg umgezogen war, in die Nähe ihres Mannes von dem sie sich ca. sieben Jahre zuvor getrennt hatte. Es handelt vom allmählichen Ausklingen des Winters und vom Anbruch des Frühlings - ihrem ersten Frühling in Berlin.

  • Reise nach Südfrankreich*

    37 Jahre nachdem sie eine unvergessliche Zeit in dem kleinen südfranzösischen Ort Villegly verbracht hatte, wo sie im Château de Villegly, dem Schloss ihrer adligen Au-pair-Familie, gewohnt hatte, kehrte Gisela Al Amily, zusammen mit vier Freundinnen, zu einem wunderbaren Mal-Urlaub in die Gegend um Villegly zurück.
    Dieses Gedicht ist eine Art heiterer Reisebericht. Es gibt insofern Rätsel auf, als es einerseits eindeutig in der Handschrift der Malerin vorliegt, inklusive Korrekturen, andererseits so geschrieben ist, als hätte es eine Mitreisende verfasst. Es ist daher nicht klar, inwieweit die Malerin wirklich Autorin dieses Gedichtes ist.

  • Großstadtadvent

    In diesem Gedicht befasst die Malerin sich noch einmal kritisch mit Weihnachten und der Adventszeit, obwohl sie selbst, wie oben erwähnt, die Weihnachtszeit liebte. Sie schrieb es Anfang November 2008 während eines von mehreren Urlauben zusammen mit ihrer Schwester in Südspanien nahe Málaga. Ein Wort, das ihr offenbar partout nicht einfallen wollte, steuerte ihre Schwester bei.