Zur Startseite - Website der Malerin/Künstlerin Gisela Al Amily Zur Startseite - Website der Malerin/Künstlerin Gisela Al Amily Zur Startseite - Website der Malerin/Künstlerin Gisela Al Amily

Vorwort - ein Text der Malerin Gisela Al Amily

Gisela Al Amily schildert kurz einige Geschehnisse und die Situation vor ihrer Abreise nach Bagdad im Irak.


Vorwort

Am 15. November 1961 lernte ich Razak in London kennen.

Er war Student, ich Au-pair-Mädchen.

1962 folgte er mir nach Hamburg. Ich war bei der WELT angestellt, er wurde vorübergehend "Oberhoffeger" bei der Herdefabrik HALLER & MÄURER.

Am 1. Sept. 1962 verlobten wir uns gegen den Willen meiner Eltern.

Auf Empfehlung eines irakischen Freundes (Schaukat), der in Viernheim lebte, bewarb sich Razak bei der US-Armee in Mannheim und wurde eingestellt. Zu dem Zeitpunkt sprach er noch kein Deutsch. Ich folgte ihm im Dezember 1962 und fand sofort eine Anstellung im Labor des Viernheimer Krankenhauses.

Am 2. Mai 1963 heirateten wir nach vielen Schwierigkeiten seitens der Kirche und der Behörden und ohne Zustimmung meiner Eltern, die später meinen Mann sehr schätzten und liebgewannen.

Am 17. Sept. 1965 wurde unser Sohn Ulrich-Karim, genannt Rimi, geboren. Als dieser viereinhalb Monate alt war, zwang der irak. Staat Razak zur Rückkehr, um das Stipendium für sein vierjähriges in London absolviertes Studium abzuarbeiten.

Unser Haushalt wurde aufgelöst. Am 27. Januar 1966 zog ich mit Baby und schwerem Gepäck für siebeneinhalb Monate zu meinen Eltern nach Uelzen, Razak war bereits nach Bagdad abgereist.

Meine Mutter betreute das Kind, während ich jeden Morgen um sechs Uhr dreißig den Zug nach Bad Bevensen nahm, wo ich bis Mittag im Labor der Diabetes-Klinik arbeitete.