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Lebensweg der Malerin Gisela Al Amily (* 1936 Uelzen, † 2017 Berlin)

Die Malerin Gisela Al Amily hatte ein sehr bewegtes, vielfältiges Leben, das auch in ihren Bildern zum Ausdruck kommt. Ihre Lebensreise beginnt in der kleinen Stadt Uelzen in Niedersachsen und führt sie über Paris, London, Bagdad, Riad und Hamburg nach Berlin - mit diversen Zwischenstationen. Dabei sammelt sie unzählige eindrucksvolle Erlebnisse - darunter dramatische und schmerzhafte, aber auch erhebende und beglückende. Sie lernt Menschen aus aller Welt kennen und schließt viele bedeutsame Freundschaften.
Als sie mit 46 Jahren bereits mehr erlebt hat als die meisten in ihrem ganzen Leben, wird sie durch eine glücklich überstandene schwere Erkrankung zur ambitionierten Malerin. - Und die Malerei katapultiert ihr Leben, in den ihr verbleibenden 34 Jahren, noch einmal in ganz neue Dimensionen.

Auf dieser Seite haben wir den Lebensweg Gisela Al Amilys nachgezeichnet. Grundlage sind vor allem offizielle Dokumente, ihre eigenen schriftlichen Erzählungen, Briefe, Notizen, Kalendereinträge und sonstigen Aufzeichnungen, Tonkassetten, Foto-Alben, Medienbeiträge sowie Erinnerungen von Angehörigen und Freunden.

Zu den verschiedenen Einträgen finden Sie damit in Verbindung stehende Links zu Texten [T], Audio-Aufnahmen [A], Gemälden [G], Fotos [F], Wikipedia-Artikeln [W], YouTube-Videos [Y] und anderen Materialien auf externen Websites [↗]. Wenn Sie mit der Maus ohne zu klicken auf einen Link zeigen, erhalten Sie eine Information dazu.

Das Leben eines verstorbenen Menschen mit einer langen und verschlungenen Lebensgeschichte wie die von Gisela Al Amily zu erforschen ist eine aufwendige Detektivarbeit. Deshalb werden die Informationen auf dieser Seite im Laufe der Zeit immer weiter vervollständigt und präzisiert.


  • 1936 - 25. März: Die Künstlerin wird als Gisela Luise Hanna Ilse Gertrud Meyer, dem letzten Kind von Adolf und Gertrud Meyer, bei einer Hausgeburt in der Horst-Wessel-Straße 8 (heute Friedrich-Ebert-Straße) in Uelzen, Niedersachsen, geboren. Sie hat eine rund sechseinhalb Jahre ältere Schwester, Sigrid, und einen fast acht Jahre älteren Bruder, Ulrich.
  • 1936 - 14. Juni: Taufe in der evangelisch-lutherischen St. Marien-Kirche in Uelzen
  • 1936 - 1944 - Die Künstlerin verlebt in Uelzen eine im Wesentlichen glückliche Kindheit.
  • Ca. 1941 - Es beginnt die Zeit, in der es in Uelzen Fliegeralarme gibt. Zwar werden vorerst nur größere Städte bombardiert, aber Uelzen liegt nur ca. 75 km Luftlinie von Hamburg entfernt. Da Uelzen zunächst verschont bleibt, werden die Fliegeralarme von der Bevölkerung über Jahre hinweg noch nicht sehr ernst genommen. Dies gilt auch für die Familie Gisela Al Amilys. Manchmal beobachtet die Künstlerin am Himmel die Formationen der brummenden, für sie wie silberne Vögel aussehenden Bomber.
  • 1942 - 1946 - Besuch der Volksschule (heute Lucas-Backmeister-Schule) in der Taubenstraße in Uelzen
  • 1944 - 18. April: Bei strahlend blauem Himmel werfen alliierte Bomber die ersten Bomben auf Uelzen ab, ca. 1000 m vom Wohnhaus der Malerin entfernt. Ihre Familie ist geschockt, vor allem als sie später die zerstörten und brennenden Gebäude und die Bombenkrater sehen und erfahren, dass ein Nachbarsmädchen, das sich dort aufhielt - auch eine Gisela - unter den Opfern ist. Von da an nehmen sie die Alarme sehr ernst und die Künstlerin rennt bei Fliegeralarmen in Panik nach Hause und in den Luftschutzkeller. In den folgenden Wochen gibt es mehrere weitere Bombenangriffe.
  • 1944 - Oktober: Der Vater der Malerin wird mit 44 Jahren zum Kriegseinsatz eingezogen.
  • 1945 - 22. Februar: Bei einem Großangriff alliierter Bomber auf Uelzen, im Rahmen der "Operation Clarion", werden der Güterbahnhof und mehrere Straßenzüge in der Innenstadt völlig zerstört, etwa 1000 m vom Wohnhaus der Malerin entfernt. Dabei sterben ca. 150 Menschen, viele weitere werden verletzt.
  • 1945 - 13. April: Eine Artillerie-Granate schlägt im Garten des Wohnhauses ein und tötet beinahe ihren Bruder, der sich jedoch - durch ein pfeifendes Geräusch gewarnt - gerade noch rechtzeitig zu Boden wirft. Wo er gestanden hat, durchschlagen Granatsplitter Rahmen und Scheiben der Küchenfenster.
  • 1945 - 13. bis ca. 18. April: Gisela Al Amily erlebt die erbitterte und entscheidende Schlacht um ihre von der Wehrmachtsführung zur "Festung" deklarierten Heimatstadt, die ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt ist. Artillerie, Tiefflieger, Häuserkampf. Ständige Detonationen, Tag und Nacht. Einschläge auch in unmittelbarer Nähe ihres Wohnhauses. Uelzen wird dabei weiter stark zerstört. Bis auf in kurzen Gefechtspausen verbringt die Familie der Künstlerin die ganze Zeit im Luftschutzkeller des Wohnhauses.
  • 1945 - 16. April: Die Malerin wird Augenzeugin, als der wie eine gewaltige Fackel brennende, ca. 42 Meter hohe Helm des Turmes der Uelzener St. Marien-Kirche in mehreren Teilen zu Boden stürzt. [↗]
  • 1945 - 8. Mai: Der Vater Gisela Al Amilys gerät in der Gegend um Deutschbrod, Tschechoslowakei, in sowjetische Kriegsgefangenschaft.
  • 1945 - 1948 - Die Künstlerin erlebt eine entbehrungsreiche Nachkriegszeit. Es fehlt an allem, besonders auch am Essen.
  • 1946 - ca. Ende August: Der Vater der Malerin kehrt, nach harter sowjetischer Kriegsgefangenschaft, aus einem Arbeitslager nahe Dsershinsk (heute Torezk) in der Ost-Ukraine, schwer gezeichnet heim.
  • 6. Mai 1947 - 31. März 1953 - Besuch der Städtischen Oberschule für Mädchen in Uelzen
  • Ab 1947 - Gisela Al Amily ist jahrelang aktiv im Wandervogel Uelzen. Ihr Spitzname dort ist "Klucki". Sie bleibt dem Wandervogel bis ins Alter locker verbunden und hält den Kontakt mit Akteuren von damals.
  • 1949 - Gisela Al Amily spielt in Uelzen als jüngste Darstellerin in der Laienschauspielgruppe "Uhlenköp" mit. In einem Zeitungsartikel wird sie nach einer Aufführung, zusammen mit drei weiteren Akteurinnen und Akteuren genannt, die besonders gefielen.
  • 1951 - 18. März: Konfirmation in der St. Marienkirche in Uelzen
  • 1. Oktober 1953 - 30. September 1957 - Arbeit als Sprechstundenhilfe bei einem praktischen Arzt in Uelzen
  • 1956 - Die Malerin besucht eine gute Freundin in Paris. Dort lernt sie einen Mann kennen, der vier Jahre später ihr Freund wird, als sie Au-pair-Mädchen in Paris wird.
  • 1. Oktober 1957 - 31. März 1960 - Arbeit als Sprechstundenhilfe bei einem praktischen Arzt in Ahlten
  • 1. Mai 1960 - 30. Juni 1961 - Gisela Al Amily lebt als Au-pair-Mädchen bei einer adligen Familie in der Rue Scheffer im vornehmen 16. Arrondissement von Paris und zeitweilig im Château de Villegly, dem Schloss der Familie in Villegly in Süd-Frankreich. [Y] Dort kümmert sie sich um die drei kleinen Kinder der Familie. Ihre Gastmutter entstammt dem Hause de Montgolfier und ist verwandt mit den Gebrüdern Montgolfier. Die Zeit in Frankreich ist für die Künstlerin sehr glücklich und interessant.
  • 1960 - 1961 - Besuch der Alliance Française in Paris, Abschluss im Juni 1961 mit dem Diplôme de Langue Française mit Auszeichnung ("avec mention honorable").
  • 1961 - 1962 - Gisela Al Amily lebt ca. neun Monate als Au-pair-Mädchen in London und besucht dort Englischkurse am Norwood Technical College.
  • 1961 - 15. November: Die Malerin lernt in London beim Tanzen im Café de Paris ihren aus dem Irak stammenden späteren Ehemann Razak (gesprochen: "rasaak") kennen, der in London Telekommunikationstechnik studiert.
  • 1962 - Juni: Gisela Al Amily erwirbt das Lower Certificate in English der Universität Cambridge.
  • 1962 - 1. Juli bis 31. Oktober: Die Künstlerin arbeitet als kaufmännische Angestellte beim Verlagshaus Die Welt in Hamburg. Die Arbeit stresst sie erheblich, da Korrigieren beim Maschineschreiben nicht erlaubt ist und selbst bei einem kleinen Tippfehler in der letzten Zeile alles noch einmal geschrieben werden muss.
  • 1962 - 1. September: Die Künstlerin verlobt sich gegen den Willen ihrer Eltern mit ihrem späteren Ehemann.
  • 1962 - Gisela Al Amily zieht mit ihrem Verlobten nach Viernheim in Hessen. Er wird von der US-Armee in Mannheim als Techniker in der Reparatur militärischer Funkgeräte eingestellt und erhält eine Aufenthaltsgenehmigung.
  • 10. Dezember 1962 - 10. Januar 1965 - Die Künstlerin arbeitet als Laborantin im St. Josef Krankenhaus in Viernheim.
  • 1963 - 02. Mai: Die Malerin heiratet in Viernheim ihren Verlobten, ohne Zustimmung, aber in Anwesenheit ihrer Eltern und nach vielen weiteren Schwierigkeiten seitens der Kirche und der Behörden. Das Verhältnis ihres Mannes zu ihren Eltern entwickelt sich in der Folgezeit sehr positiv.
  • Februar 1965 - Januar 1966 - Gisela Al Amily ist als Englischkurs-Leiterin bei der Volkshochschule in Viernheim tätig.
  • 1965 - September: Geburt des ersten Sohnes in Viernheim
  • 1966 - Januar: Der Ehemann der Malerin wird nach Bagdad zurückbeordert, um dort das Stipendium für sein Studium in London abzuarbeiten.
  • 1966 - 27. Januar: Gisela Al Amily zieht mit Baby und schwerem Gepäck für siebeneinhalb Monate zu ihren Eltern nach Uelzen.
  • 1966 - 1. März - 12. September: Arbeit als Laborantin in der Diabetes-Klinik in Bevensen (heute Bad Bevensen)
  • 1966 - 13./14. September: Gisela Al Amily reist allein mit ihrem nicht ganz ein Jahr alten Sohn und mit viel Gepäck nach Bagdad in den Irak, um dort zusammen mit ihrem Mann zu leben. Es ist eine sehr beschwerliche Reise und es ist ihr allererster Flug.
  • 14. September 1966 - 6. Juli 1969 - Gisela Al Amily lebt mit Ehemann und erstem Sohn in Bagdad im Irak, in einer für sie gänzlich fremden, aber hochinteressanten Welt, mit einem völlig ungewohnten Klima und Temperaturen im Sommer bis fast 50 Grad im Schatten - ohne Klimaanlage, denn die können sie sich nicht leisten.
    Eine zentrale Rolle in dieser Zeit spielt eine armenische Nachbarsfamilie, zu der ihre Familie eine innige Freundschaft entwickelt.
    Nach einiger Zeit arbeitet die Malerin als Kindergärtnerin ("Tante Gisela") im Kindergarten der Deutschen Schule - und verdient dabei mehr als ihr Mann, der an der Deutsch-Irakischen Gewerbeschule unterrichtet.
  • Juni 1967 - 1969 - Beklemmende Kriegserinnerungen flammen auf, als der Sechstagekrieg ausbricht. Der Irak ist indirekte Kriegspartei. Die Stimmung in Bagdad ist extrem angespannt. Alarm- und Verdunklungsübungen finden statt. In der Folgezeit kommt es zu Ausschreitungen gegen Ausländer. Auch Gisela Al Amily wird angefeindet und beschimpft. 1969 werden mitten in der Stadt, vor einer Menschenmenge, vermeintliche Spione aufgehängt, was auch im irakischen Fernsehen gezeigt wird - für die Künstlerin ein erschütterndes und beängstigendes Ereignis.
  • 1969 - 6. Juli 1969: Nachdem Gisela Al Amily und ihr Mann wegen massiver politischer Turbulenzen beschlossen haben, nicht mehr im Irak zu leben, verlässt die Malerin den Irak für immer und kehrt, hochschwanger, begleitet von ihrem Mann nach Deutschland zurück. Ihr Mann reist zunächst wieder zurück in den Irak, wo er noch etwa ein Jahr arbeiten muss.
  • September 1969 - ca. September 1970 - Die Künstlerin lebt bei ihren Eltern (in der Bergstraße in Uelzen), die sehr glücklich über ihre Heimkehr sind. Doch dieses Jahr ohne ihren Mann, mit (ab Oktober) zwei kleinen Kindern, einer schweren Arbeit im Krankenhaus (siehe weiter unten) und einer Mutter, die auch noch schwer erkrankt - obwohl sie sich eigentlich um das Baby kümmern wollte - und mit weiteren Schwierigkeiten, treibt sie in die völlige Erschöpfung. Ihrer Aussage nach war dies das schlimmste Jahr ihres gesamten Lebens.
  • 1969 - Oktober: Geburt des zweiten Sohnes in einer Klinik in Veerßen (seit 1972 zu Uelzen gehörig)
  • 1970 - ca. erste Jahreshälfte: Neben allen Anstrengungen, die sie bereits hat, setzt Gisela Al Amily alle verfügbaren Hebel in Bewegung, um für ihren Mann eine Aufenthaltsgenehmigung zu erwirken. In ihrer Verzweiflung schreibt sie dafür auch an den Bundespräsidenten Gustav Heinemann. Da eine Arbeitsstelle für ihren Mann Voraussetzung ist, bemüht sie sich intensiv darum. Letztlich helfen Beziehungen: Der Mann einer engen Freundin ist Topmanager bei Philips. Dieser ermöglicht ihm, dort als Ingenieur in der Röntgensparte anzufangen - wo er 25 Jahre bis zum Ruhestand bleibt. Die Aufenthaltsgenehmigung wird erteilt.
  • 1970 - 1. Januar bis 10. November: Gisela Al Amily arbeitet als Pflegehelferin im Kreiskrankenhaus Uelzen. Sie pflegt schwerstkranke Frauen, manche bis in den Tod - eine, auch emotional, sehr herausfordernde Aufgabe.
  • 1970 - 12. Juli: Der Ehemann der Künstlerin kommt wieder nach Deutschland und kehrt nie in den Irak zurück.
  • 1970 - 1971 - Die Künstlerin lebt mit ihrer Familie in der Reithausstraße in Uelzen.
  • 1971 - 7. Dezember: Gisela Al Amily zieht mit ihrer Familie von Uelzen in den Flottmoorring in Kaltenkirchen, ca. 30 km nördlich von Hamburg.
  • 1973 - 28. Juli bis 11. August: Familien-Urlaub in Dänemark mit dem Auto, ein Fiat 127
  • 1. Januar 1974 - 28. Februar 1975 - Arbeit als Laborantin im Zweckverband Krankenhaus, Kaltenkirchen
  • 1974 - 22. Juli bis 8. August: Familien-Urlaub in Norwegen mit dem Auto, ein Fiat 127
  • 1975 - 22. Februar: Die Künstlerin zieht mit ihrer Familie von Kaltenkirchen in eine Wohnung im Erich-Ziegel-Ring in Hamburg-Steilshoop, einem sozialen Brennpunkt.
  • 1975 - Juli: Reise nach Österreich zusammen mit ihrem Mann
  • 1. September 1975 - 27. August 1976 - Gisela Al Amily macht eine Umschulung zur Fremdsprachenkorrespondentin für die englische Sprache bei der Inlingua in Hamburg.
  • 1976 - 18. November: Die Malerin legt vor der Handelskammer Hamburg erfolgreich die Prüfung zur Korrespondentin für die englische Sprache ab.
  • 1976 - 12. April: Der Ehemann der Malerin erhält die deutsche Staatsbürgerschaft.
  • 1. November 1976 - 8. Dezember 1978 - Gisela Al Amily arbeitet halbtags als Phono- und Stenotypistin in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch in einer Im- und Exportfirma in Hamburg.
  • 1977 - 5. August: Die Künstlerin reist mit ihrem Mann und einem Sohn nach Toronto, Kanada. Dort gibt es nach acht Jahren ein Wiedersehen mit der armenischen Nachbarsfamilie, zu der sie in Bagdad eine innige Freundschaft pflegten. Sie unternehmen von dort aus eine Reise durch die Wildnis mit dem Wohnmobil.
  • 1977 - 21. September: Die Mutter der Künstlerin stirbt in einem Krankenhaus in Uelzen an einem Gehirntumor. [T]
  • 1978 - 9. November: Die Künstlerin zieht mit ihrer Familie von Hamburg nach Uelzen in ihr Elternhaus zu ihrem nun verwitweten Vater.
  • 1979 - 5. Oktober: Nachdem sie bei ihrem Bruder, der eine Fahrschule in Uelzen betreibt, Fahrstunden genommen hat, erhält Gisela Al Amily den Autoführerschein. Da sie sich jedoch am Steuer nicht sicher fühlt, gibt sie das Autofahren schon bald wieder auf.
  • 1980 - Familienurlaub mit einem neu angeschafften Wohnwagen in Treffelstein im Bayrischen Wald. Das Auto ist jetzt ein Audi 80.
  • 1982 - 16. Februar: Nachdem ihr Mann von der Firma Philips dort einen guten Posten erhalten hat, reist Gisela Al Amily zusammen mit ihrem Mann, einem Sohn und Kater "Mucki" nach Riad/Saudi-Arabien, um dort zu leben. Für die Künstlerin scheint wieder einmal ein sehr interessantes und diesmal ungewohnt komfortables Leben zu beginnen.
  • 1982 - 24. März: Die Malerin bekommt Schmerzen in der Nierengegend der rechten Körperseite, die bald darauf unerträglich stark werden. Nach einer alarmierenden Röntgenuntersuchung einige Tage später, wird ihr dringend geraten, zur weiteren Behandlung sofort nach Europa zu fliegen, da sie in Saudi-Arabien, insbesondere als Frau und Ausländerin, keine adäquate Hilfe erwarten könne.
  • 1982 - 31. März: Brutal herausgerissen aus ihrem gerade so schön gewordenen Leben, fliegt Gisela Al Amily in ihrem erbärmlichen Zustand allein von Riad nach Eindhoven in den Niederlanden (wo Philips seinen Hauptsitz hatte). Dort erhält sie einige Tage später in einem Krankenhaus die niederschmetternde Diagnose: ein großer Tumor in der rechten Niere, die Niere muss entfernt werden.
  • 1982 - 6. April: Der Mann der Künstlerin kommt aus Riad nach Eindhoven. Mit ihm bespricht sie, was aus den Kindern, Kater Mucki und dem Haus in Uelzen werden soll, sollte sie nicht überleben, und wer in diesem Fall benachrichtigt werden soll.
  • 1982 - 8. April: Die tumoröse rechte Niere der Malerin wird entfernt. Die Gewebeanalyse des 8 cm großen Tumors ergibt: bösartig. Da der Tumor jedoch auf die Niere beschränkt ist, erfolgt keine weitere Behandlung. Abgesehen von einer großen, ca. 30 cm langen Narbe, die ihr für den Rest des Lebens immer wieder Schmerzen bereitet, ist die Krankheit tatsächlich dauerhaft überwunden.
  • 1982 - ca. Mai/Juni: Nach einigen Wochen zurück in Riad, geschwächt und ans Haus gebunden nach der schweren Operation, sucht Gisela Al Amily nach einem Zeitvertreib und erinnert sich daran, dass sie als junger Mensch Freude am Malen und Zeichnen hatte. Sie beginnt, anfangs mit dem Schul-Tuschkasten ihres Sohnes, aus der Fantasie Miniaturen des arabischen Lebens zu malen. Einige der Bilder rahmt sie ein und schmückt damit das Wohnzimmer.
  • Ca. 1983 - Die Malerin erhält Besuch von der ebenfalls in Riad lebenden deutschen Künstlerin und Kunsterzieherin Inge Rose-Grass. Als diese ihre Bilder entdeckt, gefallen sie ihr gut und sie ermutigt Gisela Al Amily, an Ausstellungen teilzunehmen. Nachdem sie zunächst ungläubig abwinkt, stürzt sie sich in die Arbeit.
  • 1982-85 - Gisela Al Amily lebt in Riad/Saudi-Arabien mit Ehemann, einem Sohn und Kater "Mucki". Der andere Sohn ist auf einem Internat in Deutschland. Der Lebensstandard der Künstlerin verbessert sich erheblich. Sie lebt mit ihrer Familie in einem komfortablen Haus - diesmal mit Klimaanlage - sie hat eine Haushaltshilfe und bekommt regelmäßig einen Fahrer gestellt, sie trifft Menschen aus aller Welt und macht viele hochinteressante Erfahrungen. Darüber hinaus wird ihr Leben durch die neu entdeckte Malerei noch reicher und intensiver. Es ist eine der schönsten Zeiten ihres Lebens.
  • Ca. Anfang 1983 - Gisela Al Amily, selbst ehemalige Laborantin, liest nach einer Krebs-Nachsorgeuntersuchung in Riad das Ergebnis: Die Laborwerte sind katastrophal. Der Krebs scheint zurück. Die Künstlerin ist am Boden zerstört. Da sie sich eigentlich gut gefühlt hat, drängt ihr Mann auf einen Test in einem anderen Labor. Dort sind die Werte normal. Es stellt sich heraus, dass das erste Testergebnis falsch war.
  • 1983 - 21. August: Zusammen mit ihrem Mann, Abflug von Düsseldorf nach New York. Am nächsten Tag Weiterreise nach Toronto zu einem zweiten Besuch bei der armenischen Nachbarsfamilie zu der die Familie der Malerin in Bagdad eine sehr intensive Freundschaft pflegte.
    Dies ist das letzte Mal, dass sie aufeinandertreffen. Einige Zeit später bricht der Kontakt, zum großen Bedauern der Künstlerin, aus nicht ganz geklärten Gründen ab.
  • Ca. 1983-84 - Familienurlaub auf Zypern.
  • 1984 - Gisela Al Amily stellt während einer Gruppenausstellung in der Deutschen Botschaft in Riad, Saudi-Arabien, erstmals ihre damals kleinen Gemälde vom arabischen Leben aus. Es wird ein großer Erfolg, der sie beflügelt und anspornt. Da sie kurze Zeit Später an einer anderen Ausstellung teilnehmen möchte, verkauft sie keine Bilder.
  • 1984 - Die Malerin stellt ihre Werke bei einer Gruppenausstellung der International Arts and Crafts Society in Riad aus. Bereits nach der ersten Ausstellungsstunde haben alle Bilder einen roten Punkt: verkauft. Dabei spielt auch eine Rolle, dass das Fotografieren in der Öffentlichkeit verboten ist und die Bilder für viele eine schöne Erinnerung an ihr Leben in Saudi-Arabien ist.
  • 1985 - Gruppenausstellung der International Arts and Crafts Society in Riad
  • 1985 - Gruppenausstellung bei der Al Nahda Philantropical Society in Riad
  • 1985 - im Sommer: Da die Geschäfte der Firma, für die ihr Mann arbeitet, in Saudi-Arabien nachlassen, kehrt die Künstlerin mit ihrem Mann nach Deutschland zurück. Sie ist darüber sehr traurig, denn die Zeit in Riad war eine der schönsten ihres Lebens.
  • 1985 - 31. Juli: Gisela Al Amily und ihr Mann kaufen ein Haus in Hamburg-Poppenbüttel, um darin zu wohnen. Der Umzug von Uelzen erfolgt einige Zeit später.
  • 1985-90 - Gisela Al Amily besucht das Malinstitut Erika Gloede in Hamburg-Poppenbüttel und erhält dort eine fundierte künstlerische Ausbildung. Die Inhaberin wird eine gute Freundin.
  • 1985 - 27. Dezember: Die Malerin tritt aus der evangelischen Kirche aus. Der Grund ist nicht, dass sie nicht an einen christlichen Gott glaubt oder gar Atheistin ist, sondern dass sie sich mit der Kirche nicht mehr identifizieren kann.
  • 1987 - 8. April: Der Vater der Künstlerin stirbt in einem Uelzener Altersheim nach längerer Bettlägerigkeit, wenige Wochen vor seinem 87. Geburtstag. Mehrere Jahre lang wurde er dort von einer Jugendfreundin, Helene Hannibal, jeden Tag besucht und bis in den Tod gepflegt.
  • 1987 - 7. bis 20. August: Die Malerin nimmt an der aufwendig umgesetzten Gruppenausstellung "Arabische Nächte" im Frauen-Museum in Bonn teil, wo sie Werke mit arabischen Motiven, Beduinenschmuck und weitere Gegenstände ausstellt.
  • 1988 - Aus Dankbarkeit für die aufopferungsvolle Pflege ihres Vaters im Altersheim (siehe weiter oben) setzt sich Gisela Al Amily intensiv für eine offizielle Ehrung Helene Hannibals für ihr Engagement ein. Ca. Anfang 1988 wird sie tatsächlich vom niedersächsischen Sozialminister Hermann Schnipkoweit mit der Medaille für Verdienste um den Nächsten ausgezeichnet, worüber in einer Uelzener Tageszeitung in einem eigenen Artikel mit Foto berichtet wird.
  • 1988 - Teilnahme an der Gruppenausstellung des Malinstituts Erika Gloede in der Kassenärztlichen Vereinigung in Hamburg
  • 1988 - 19. Mai bis 2. Juni: Die Malerin unternimmt zusammen mit ihrem Mann eine Rundreise durch Marokko.
  • 1988 - 17. Dezember: Der geliebte und weit gereiste Kater "Mucki" ertrinkt in einem Swimmingpool in der Nachbarschaft in Hamburg-Poppenbüttel zusammen mit einer anderen Katze. Danach hat die Malerin kein weiteres Tier mehr.
  • 1989 - Teilnahme an der Gruppenausstellung des Malinstituts Erika Gloede in der Galerie 65, angeschlossen an die Räumlichkeiten des Juweliergeschäfts Willer in Hamburg-Wellingsbüttel.
  • 1989 - 2. März bis 28. April: Einzelausstellung "Menschen - Erinnerungen, Begegnungen" in der Galerie 65 in Hamburg-Wellingsbüttel, angeschlossen an die Räumlichkeiten des Juweliergeschäfts Willer.
  • 1989 - 11. Juli bis 15. August: Psychosomatische Kur in Bad Wildungen. In den folgenden Jahre fährt sie zu mehreren ähnlichen Kuren. Nach ihrer Aussage hatten diese insgesamt eine starke positive Wirkung auf ihr Leben.
  • 1989 - 15. bis 29. Oktober: Gisela Al Amily unternimmt zusammen mit ihrem Mann von Hamburg aus eine Gruppen-Rundreise durch die UDSSR, mit den Stationen (in dieser Reihenfolge): Leningrad (heute St. Petersburg), Taschkent, Urgantsch, Chiwa, Buchara, Samarkand, Duschanbe und Moskau.
  • 1989 - 26. Dezember: Gisela Al Amily unternimmt eine emotional überwältigende Fahrt nach Wismar in Ostdeutschland zusammen mit ihrem Mann und einem Sohn, kurz nachdem die Grenze für West-Deutsche Richtung Osten geöffnet wurde. Die Straßen sind umsäumt von jubelnden Menschen, die winken und aufs Autodach klopfen. Autos aus entgegengesetzter Richtung grüßen mit Hupe und Lichthupe. Die Malerin ist tief bewegt und voller Freude. Ihre Begeisterung über die Wiedervereinigung bleibt bis zu ihrem Lebensende ungetrübt.
  • 1990/91 - 20. November bis 15. Januar: Psychosomatische Kur in Bad Wildungen
  • 1992 - ab 26. März für 4 bis 6 Wochen: Psychosomatische Kur in Bad Wildungen
  • 1992 - 15. Juni: Gisela Al Amily reist anderthalb Tage und zwei Nächte allein mit dem Zug von Hannover nach Moskau, wo ihr Mann zu dieser Zeit arbeitet. Rückfahrt am 29. Juni, ebenfalls mit dem Zug.
  • Ca. 1993 - Der Mann der Künstlerin arbeitet längere Zeit in Dresden und hat deshalb dort auch eine Wohnung. Sie besucht ihn dort regelmäßig, und Dresden wird zu ihrer Traumstadt.
  • 1993 - 31. Mai: Eine junge Dänin, Ann-Sophie, zieht in das Haus der Eheleute ein. Damit die Malerin nicht so oft allein im Haus ist, während ihr Mann in Dresden arbeitet, haben sie ein Zimmer an sie vermietet. Zu ihr entwickelt die Malerin ein inniges Verhältnis wie zu einer leiblichen Tochter, das bis zum Tod der Malerin hält. Sie nennt sie ihr "Dänenkind".
  • 1994 - 6. bis 13. Februar: Gisela Al Amily nimmt als eine von zwei Künstlern/Künstlerinnen an der Sonderausstellung zum Thema "Künstler gegen Gewalt, Ausländerfeindlichkeit und Rassismus" im Schamuhn Museum (Kreativer Speicher) (jetzt Neues Schauspielhaus Uelzen [W]) in ihrer Heimatstadt Uelzen teil. Der andere Künstler ist ihr in Uelzen lebender Neffe Christian Meyer.
  • 1994 - um den 8. November herum: Sechswöchige psychosomatische Kur in Scheidegg im Allgäu. Diese hatte laut Aussage der Malerin eine besonders starke aufbauende Wirkung auf sie. Bereits während der Kur legt sie ihren Künstlernamen "Gisèle" ab und signiert von da an nur noch mit ihrem tatsächlichen Namen. Ab dem Bild "Wachtraum", dass sie dort in einer therapeutisch bedingt durchwachten Nacht malte, taucht "Gisèle" nicht mehr in ihrer Signatur auf. Drei Monate nach der Kur trennt sie sich von ihrem Mann.
  • 1995 - 1. März: Die Künstlerin trennt sich nach fast 32 Ehejahren von ihrem Mann. Sie zieht von dem gemeinsamen Haus in Hamburg-Poppenbüttel in eine kleine 1,5-Zimmer-Wohnung in Hamburg-Fuhlsbüttel.
  • 1996-2002 - Die Künstlerin leitet eine 1996 neu gegründete Senioren-Malgruppe beim Verein LANGE AKTIV BLEIBEN (LAB) in Hamburg-Fuhlsbüttel und gründet 1998 eine weitere Gruppe. Diese Arbeit ist für die Malerin sehr beglückend, und mit mehreren ihrer Malschüler, die sie "meine Maler" nennt, bleibt sie bis zum Tod befreundet, und sie erhält später auch in Berlin von ihnen Besuch.
  • 1996 - 14. April: Gisela Al Amily hält bei LAB in Hamburg einen Vortrag über ihr Leben im Orient.
  • 1996 - 29. November: Gisela Al Amily hält im Gemeinschaftshaus der SAGA in Hamburg-Langenhorn unter dem Titel "1001 Nacht - Ein Frauenleben in einer anderen Kultur - Gisela Al Amily erzählt" einen Vortrag über ihr Leben im Orient.
  • 1997 - 37 Jahre nachdem sie in dem kleinen südfranzösischen Ort Villegly eine unvergessliche Zeit verbracht hat und mit ihrer adligen Au-pair-Familie im Château de Villegly gewohnt hat, kehrt die Künstlerin, zusammen mit vier Freundinnen, zu einem Urlaub in die Gegend zurück. Dabei besichtigen sie auch das Schloss und ihr damaliges Zimmer - für die Malerin ein sehr bewegender Moment.
    In den folgenden Jahren unternimmt sie noch weitere Reisen nach Villegly. Das Château ist Motiv einer Reihe von Gemälden und Zeichnungen.
  • 2000 - Gisela Al Amily beschäftigt sich intensiv mit dem Kriegseinsatz und der Gefangenschaft ihres Vaters und legt hierüber einen Ordner an.
  • 2001 - 9.-11. März: Gisela Al Amily leitet ein Wochenend-Seminar zum Malen mit Ölkreide auf dem Wandervogelhof Reinstorf.
  • 2002 - 20. Februar bis 20. Mai: Einzelausstellung in den Räumen und Schaufenstern des ambulanten Pflegedienstes des Vereins LAB (früher: "LebensAbend-Bewegung", heute: "Lange Aktiv Bleiben") in Hamburg-Poppenbüttel
  • 2002 - 23. August bis 1. September: Die Malerin nimmt an der aufwendig realisierten Gruppenausstellung "DDW-ART" im Rahmen der Verbrauchermesse Du und deine Welt [W] in Hamburg teil.
  • 2002 - 17. Dezember: Obwohl sie in Hamburg viele Freunde und eine beglückende Aufgabe als Leiterin zweier Malgruppen hat, zieht die Künstlerin in den Osten Berlins (Treptow), in den Stadtteil Baumschulenweg. Sie zieht in die Nähe ihres Mannes, der dort seit etwa einem Jahr lebt und zu dem sich das Verhältnis in den letzten Jahren verbessert hat. Sieben Monate lang ist ihre Wohnung die einzige fertiggestellte, ansonsten ist das Haus eine Baustelle.
    Eigentlich wollte sie in ihre Traumstadt Dresden ziehen, doch nach reiflicher Überlegung verwarf sie dies.
  • 2003 - 19. August: Eine enge Freundin, noch aus Bagdad-Zeiten, Helma Al Saadi (siehe weiter unten), wird bei dem verheerenden Bombenanschlag auf das UN-Hauptquartier im Canal Hotel in Bagdad [W] während eines persönlichen Gespräches erheblich verletzt, wie durch ein Wunder jedoch nicht lebensbedrohlich. Ihre Gesprächspartnerin und weitere 21 Menschen finden den Tod, über 100 werden zum Teil schwer verletzt. [Y1], [Y2]
  • 2004 - 1. Februar: Gisela Al Amily tritt in Berlin-Baumschulenweg, in der Kirche "Zum Vaterhaus", wieder in die evangelische Kirche ein.
  • Ca. Oktober 2004 - Februar 2005 - Gisela Al Amily versucht, das Schicksal eines Soldaten, Paul Krahl, zu ergründen, der während des Krieges eine Zeitlang bei ihrer Familie lebte. Er war für sie und ihre Geschwister wie ein großer Bruder, und sie schloss ihn jahrelang in ihre Kindergebete ein. Sie schreibt mehrere, teils recht eindringliche Briefe, an den DRK-Suchdienst, den Bürgermeister von Schmerlitz und an einen Pfarrer. Teilweise erhält sie Antworten, aber ihre Suche ist letztlich erfolglos.
  • 2004 - In einem Buch [↗] über eine enge Freundin, Helma Al Saadi, Ehefrau des ehemaligen irakischen Präsidentenberaters Amer Al Saadi und Mutter des ehemaligen Cheftrainers der deutschen Hockey-Nationalmannschaft, Kais Al Saadi, wird Gisela Al Amily mehrfach ausführlich erwähnt.
  • 2007 - 21. Juni bis 20. Juli: Gruppenausstellung KunstKreuz [↗] in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg unter dem Motto Arm, aber sexy (Plakat [↗])
  • Ab ca. 2005 (geschätzt) - Gisela Al Amily engagiert sich aktiv im Bürgerverein Baumschulenweg [↗].
  • 2007 - 20. Oktober bis 10. November: Spanien-Urlaub zusammen mit ihrer Schwester an der Costa del Sol, nahe Málaga. Während des Urlaubs entwickelt die Künstlerin eine heftige Gürtelrose, die ihr Gesicht für einige Wochen entstellt.
  • 2008 - 12. September bis 3. Oktober: Im Rahmen der 1. Kunstmeile in Berlin-Baumschulenweg stellt die Malerin Werke in der Berliner Volksbank aus.
  • 2008 - ab 18. Oktober: Spanien-Urlaub zusammen mit ihrer Schwester an der Costa del Sol, nahe Málaga
  • 2009 - 5. Februar bis 31. März: Einzelausstellung der Künstlerin mit dem Titel "Momente" im Kulturbund Treptow in Berlin-Baumschulenweg
  • 2009 - September/Oktober: Im Rahmen der 1. Kunstmeile in Berlin-Baumschulenweg stellt die Malerin Werke in der Berliner Volksbank aus.
  • 2009 - 17. Oktober bis 7. November: Spanien-Urlaub zusammen mit ihrer Schwester an der Costa del Sol, nahe Málaga
  • 2010 - Einzelausstellung im Schmetterlingshorst in Berlin-Köpenick
  • 2010 - 16. September bis 6. November: Spanien-Urlaub zusammen mit ihrer Schwester an der Costa del Sol, nahe Málaga
  • 2011 - Einzelausstellung im Café Behring in Berlin-Baumschulenweg
  • 2011 - 10. September bis 5. Oktober: Im Rahmen der 4. Kunstmeile in Berlin-Baumschulenweg stellt die Malerin ihre Werke in der Berliner Volksbank in der Baumschulenstraße aus.
  • 2012 - 27. Januar bis 15. April: Einzelausstellung mit dem Titel "Großstadtmenschen" in der PopArt Galerie Berlin ihres Künstlerkollegen und guten Freundes Utz Benkel [↗]. Zu dieser Ausstellung entsteht auch ein Katalog.
  • 2012 - Gruppenausstellung "Der Krieg und seine Folgen" in der evangelischen Kirche "Zum Vaterhaus" in Berlin-Baumschulenweg
  • 2012 - 20. Oktober bis 10. November: Spanien-Urlaub zusammen mit ihrer Schwester an der Costa del Sol, nahe Málaga
  • 2012 - 24. November: Umzug innerhalb von Berlin-Baumschulenweg in eine Eigentumswohnung. Es ist der insgesamt 17. und letzte Umzug der Malerin. Sie ist sehr glücklich über diese Wohnung, nachdem sie in der vorherigen u. a. immer wieder durch nächtliche "Musiküberfälle", wie sie es nannte, gestört wurde.
  • 2013 - Einzelausstellung "Großstadtmenschen" im Treff International in Berlin-Neukölln
  • 2013 - ca. Oktober/November: Spanien-Urlaub zusammen mit ihrer Schwester an der Costa del Sol, nahe Málaga
  • 2013 - Dezember: Gisela Al Amily malt ein Porträt von Sahra Wagenknecht, die sie bewundert, und schenkt es ihr über eine gemeinsame Bekannte, über die sie auch ihre Mutter persönlich kennenlernt. Sahra Wagenknecht bedankt sich im Februar 2014 mit einem persönlichen Brief und einem signierten Buch. Das Gemälde erscheint in einem Kalender für 2017 (Monat: Juli), mit dem Titel "Starke Frauen", herausgegeben von einem Künstlerfreund, Utz Benkel [↗]. Der Kalender erscheint noch zu Lebzeiten der Künstlerin, den Juli 2017 erlebt sie jedoch nicht mehr.
  • 2013 - Einzelausstellung "Weibsbilder" im Kulturbund Treptow [↗] in Berlin-Baumschulenweg
  • 2013 - September: Wegen anhaltenden Hustens wird ihre Lunge geröntgt. Dazu schreibt sie am 24. September in ein kleines Notizbuch: "Rö.-Aufn. abgeholt u. gelesen: Wahrscheinlich Bronchial-Karzinom! Anfang vom Ende?" Eine Biopsie lehnt die Künstlerin letztlich ab, nachdem sie in einem Krankenhaus, wo diese durchgeführt werden sollte, große Unzuverlässigkeit erfährt. Der weitere Verlauf bestätigt die Diagnose jedoch.
  • September 2013 - Februar 2017 - In den Jahren zuvor erlebte die Malerin, wie Operationen, Chemotherapie und Bestrahlungen bei mehreren ihrer Freundinnen zu keiner Heilung, wohl aber zu erheblichem Leiden führten. Da sie zudem in einem Krankenhaus große Unzuverlässigkeit erfuhr und zunächst auch noch keine Schmerzen hat, lehnt sie eine entsprechende Therapie ab. Stattdessen lässt sie sich gelegentlich symptomatisch behandeln, z. B. als größere Flüssigkeitsansammlungen im Pleuraspalt ihr das Atmen erschweren.
    Sie verbringt die ihr verbleibenden Jahre mit einer außerordentlich positiven Haltung, nimmt relativ rege am sozialen Leben Teil und malt noch ca. 40 Bilder überwiegend heiteren Inhalts, von denen kein einziges auf ihre Krankheit schließen lässt. Nur die Formate sind wieder kleiner, ähnlich wie zu Anfang ihrer Laufbahn, weil ihr die Kraft fehlt, länger an der Staffelei zu stehen und sie stattdessen im Sitzen malt.
  • 2014 - Einzelausstellung "Großstadtmenschen" im Medizinischen Versorgungszentrum in Berlin-Plänterwald
  • 2015 - 17. Januar bis 13. März: Gisela Al Amily hat einen großen Auftritt in ihrer Heimatstadt Uelzen: ihre Einzelausstellung "Moderne Zeiten" in der Stadtbücherei, organisiert von der Tageszeitung Allgemeine Zeitung [W] und dem Kunstverein Uelzen [↗].
    Die Stadtbücherei liegt direkt neben der St. Marienkirche, deren ca. 42 m hohen Turmhelm die Malerin 70 Jahre zuvor brennend zu Boden stürzen sah, nachdem er bei einem Luftangriff getroffen worden war. Ihr Werk "Der Turm" über dieses Ereignis ist zentrales Objekt der Ausstellung.
    Bei der gut besuchten Vernissage am 17. Januar spielt ihr Bruder, selbst schwer erkrankt, für sie auf der Gitarre und singt zusammen mit seiner Tochter dazu.
  • 2015 - 12. September bis Oktober: Im Rahmen der 8. Kunstmeile in Berlin-Baumschulenweg stellt die Malerin ihre Werke im Domicil-Seniorenpflegeheim aus.
  • 2015 - 27. Oktober: Der Bruder der Malerin stirbt in Uelzen.
  • 2017 - März: In der Zeitschrift Kultur News des Kulturrings in Berlin [↗] erscheint ein mehrseitiger Artikel über Gisela Al Amily von Dagmar Gleim mit dem Titel "Der Kulturbund Treptow ist mein zweites Zuhause" [↗].
  • 2017 - ca. Anfang Februar: Die Krankheit greift zunehmend auf den Bauchraum über. Die Malerin baut nun schnell ab und wird zu Hause von einem Pflegedienst palliativ betreut. Bei stärkeren Schmerzen erhält sie auch Morphium. Sie verabschiedet sich von Verwandten und Freunden. Dabei geht sie dem Ende mit einer Gelassenheit entgegen, die fast übernatürlich wirkt - gänzlich ohne Klagen oder wahrnehmbare Traurigkeit über ihr Schicksal, sondern erfüllt von tiefer Dankbarkeit über ihr reiches Leben und ergriffen von der vielen Zuwendung, die sie aus dem Kreise ihrer Familie und von Verwandten und Freunden erfährt. In einem Telefonat mit ihrer Schwester sagt sie: "Sterben ist richtig schön." Anm.1
  • 2017 - Februar bis ca. Ende März: Letzte kleine Ausstellung bei der behandelnden Ärztin der Malerin über ihren Tod hinaus
  • 2017 - 26. Februar: Die Künstlerin kommt auf eigenen Wunsch in das Ricam-Hospiz in Berlin-Neukölln. Vorher verabschiedet sie sich mit Luftküssen von den einzelnen Zimmern ihrer geliebten Wohnung.
    Im Hospiz erkundigt sie sich bei den Helferinnen interessiert nach deren Hintergrund und schreibt einiges darüber in ein Notizbuch.
  • 2017 - 05. März um ca. 23:05: Gisela Al Amily macht im Ricam-Hospiz in Berlin-Neukölln ihren letzten Atemzug, im Beisein eines ihrer Söhne.
  • 2017 - 25. März (ihrem 81. Geburtstag): "Trauer-Feier" im Krematorium Treptow mit ca. 100 Trauergästen, geleitet von einem ihrer Söhne. So hatte die Künstlerin es mit ihm vereinbart. Obwohl sie 2004 wieder in die Kirche eingetreten war, wollte sie kein kirchliches Begräbnis.
  • 2017 - 29. März: Urnen-Beisetzung in Berlin-Baumschulenweg im kleinen Kreis.
    Eigentlich wünschte Gisela Al Amily keine Feuerbestattung, aber da sie unbedingt in "ihrem Kiez" beerdigt werden wollte und auf dem Friedhof Baumschulenweg seit 1963 nur Urnen-Bestattungen möglich sind, schrieb sie in ihr Testament: "Nach meinem Tode möchte ich eine Urnenbestattung auf dem Friedhof Kiefholzstr. in Baumschulenweg mit einem kleinen Gedenkstein."

Anm.1 In diesem Zusammenhang ist interessant, dass sie einige Zeit vorher einmal sagte, sie hätte nie den Wunsch verspürt, den viele haben, von ihrem Tod nichts mitzubekommen, sondern sie wollte schon immer auch den Sterbeprozess bewusst erleben.