Gemälde, Zeichnungen und andere Werke der Malerin Gisela Al Amily
Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl von Gemälden, Zeichnungen und anderen Werken der Malerin Gisela Al Amily. Das Gesamtwerk, das rund 500 Arbeiten umfasst, ist in sechs Schaffensperioden eingeteilt, die überwiegend gekennzeichnet sind durch Ortswechsel und große Veränderungen ihrer Lebensumstände:
1) Die frühe Periode: In dieser Periode wurden alle Werke zusammengefasst, die entstanden, bevor die Künstlerin 1982 nach Riad zog, wo ihre Laufbahn als ernsthafte Malerin begann. Obwohl diese Phase viele Jahre umfasst und die Künstlerin sagte, dass sie bereits in jüngeren Jahren gerne malte, konnten bisher nur wenige Arbeiten aus dieser Zeit gefunden werden.
2) Die Riad-Periode: Dies ist die Zeit von 1982 bis 1985, in der sie in Riad, Saudi-Arabien, lebte. Dort begann sie nach ihrer Nierenoperation regelmäßig zu malen und wurde zur ernsthaften Künstlerin.
3) Die erste Hamburger Periode: In dieser Phase, von 1985 bis Februar 1995, lebte sie mit ihrem Mann in einem eigenen Haus in einer angenehmen Gegend in Hamburg-Poppenbüttel, nachdem sie aus Riad zurückgekehrt waren. Fünf Jahre lang besuchte sie ein Malinstitut und entwickelte sich künstlerisch stark weiter.
4) Die zweite Hamburger Periode: Dies ist die Periode vom 1. März 1995 bis 16. Dezember 2002, in der sie in einer kleinen 1,5-Zimmer-Mietwohnung in Hamburg-Fuhlsbüttel lebte, nachdem sie sich nach 32 Ehejahren von ihrem Mann getrennt hatte. Ab 1996 arbeitete sie sieben Jahre lang als Malgruppenleiterin, eine Arbeit, die ihr große Freude bereitete.
5) Die erste Berliner Periode: Dies ist die Zeit, vom 17. Dezember 2002 bis 23. November 2012, in der sie in einer Mietwohnung in Berlin-Treptow (Stadtteil Baumschulenweg), in der Nähe ihres Mannes wohnte, zu dem sich das Verhältnis verbessert hatte.
6) Die zweite Berliner Periode: Ab 17. November 2012 lebte die Malerin in einer Eigentumswohnung, ebenfalls in Berlin-Baumschulenweg, in der sie sich sehr wohl fühlte. Diese Phase ist zum einen hierdurch gekennzeichnet, vor allem aber durch ihre zweite schwere, diesmal lebensbeendende Erkrankung.
Die Anordnung der Werke ist im Wesentlichen chronologisch, und zwar spaltenweise von oben nach unten. Bei Bildern, zu denen mehrere Daten existieren, wurde das Letzte gewählt, also der Zeitpunkt der endgültigen Fertigstellung. Die Reihenfolge von Bildern innerhalb eines Jahres ist unsicher, wenn nur das Jahr ermittelt werden konnte. Die Entstehungszeit von Werken ohne Zeitangabe wurde geschätzt. Derartige Angaben sind in Klammern gesetzt.
Die Informationen unter den Bildern sind: 1. der Titel des Bildes. (Solche mit Sternchen [*] sind postum benannt worden.), 2. die Zeit, wann das Bild fertiggestellt wurde (so genau wie bekannt), 3. die Abmessungen (Höhe × Breite), 4. die Identifikationsnummer (ID).
Bei Werken, die nur als Foto vorliegen, fehlen manche Informationen. Weitere Angaben, wie z. B. zu Technik und Trägermaterial, werden zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt.
Die frühe Periode - sporadische künstlerische Aktivität in jüngeren Jahren
Die eigentliche Laufbahn Gisela Al Amilys als ernsthafte Malerin beginnt 1982 als sie 46 Jahre alt ist. Doch sie fängt zu der Zeit nicht bei null an, denn sie hatte immer eine Ader für das Kreative und nach eigener Aussage bereits in jüngeren Jahren Freude am Malen und Zeichnen. Jedoch übte sie diese Aktivitäten anscheinend nur sporadisch aus, meist zu einem bestimmten Anlass, wie z. B. die Illustration eines Fotoalbums oder die Gestaltung eines Kinderzimmers durch Wandmalerei. Da sie solche Arbeiten nicht bewusst dokumentierte, wie sie es später tat, liegen aus dieser langen Zeit, die vereinfachend als die frühe Schaffensperiode bezeichnet wird, momentan nur wenige Arbeiten im Original oder als Foto vor. Eine Auswahl dieser Bilder finden Sie im folgenden Abschnitt.
Die Riad-Periode - Erkrankung, Ermutigung und erste Erfolge
1982, in Riad, Saudi-Arabien, beginnt die Reise Gisela Al Amilys als ambitionierte Malerin. Dabei hätte ihre Lebensreise dort leicht enden können, da sich nur wenige Wochen nach der Ankunft herausstellte, dass sie schwer an Nierenkrebs erkrankt war. Nachdem ihre rechte Niere entfernt worden war, begann sie in der Erholungszeit aus der Fantasie kleine Bilder des arabischen Lebens zu malen, anfangs mit dem Schul-Tuschkasten ihres Sohnes.
Eines Tages bekam sie Besuch von der Malerin und Kunsterzieherin Inge-Rose Grass, der ihre Bilder gut gefielen und die sie zum Ausstellen ermutigte. Nach dieser Anerkennung einer fachkundigen Person stürzte sich Gisela Al Amily in die Arbeit. Und spätestens nachdem ihre ersten beiden Gemeinschaftsausstellungen für sie sehr erfolgreich waren, wurde die Malerei zu einem zentralen Bestandteil ihres Lebens. Wegen ihrer Beziehung zu Frankreich legte sie sich den Künstlernamen "Gisèle" zu (den sie bis ca. September 1994 verwendet)..
Abgesehen von ihrer Krankheit zu Beginn, hatte die Malerin in Riad ein sehr komfortables, hochinteressantes, glückliches Leben, und durch die Malerei wurde es noch intensiver.
Eine Auswahl der Bilder aus der Riad-Periode, die alle das arabische Leben thematisieren, können Sie im Folgenden betrachten. Da die Künstlerin fast alle Werke aus dieser Zeit an ein internationales Publikum verkauft hat, handelt es sich in den meisten Fällen um Scans von ca. 40 Jahre alten, teilweise schon etwas verschwommenen und vergilbten Fotos.
Die erste Hamburger Periode - Erinnerungen, Entwicklung, neue Dimensionen
Nachdem Gisela Al Amily und ihr Mann 1985 aus Riad nach Deutschland zurückgekehrt waren, lebten sie noch kurze Zeit in Uelzen und zogen dann nach Hamburg-Poppenbüttel in ein eigenes Haus in einer angenehmen Wohngegend. In Hamburg besuchte die Künstlerin fünf Jahre lang das Malinstitut Erika Gloede, in dem sie eine fundierte malerische Ausbildung erhielt. Vor allem hierdurch, aber auch durch kontinuierliches Selbststudium und intensive Maltätigkeit entwickelte sie sich künstlerisch stark weiter.
Zunächst malte sie weiterhin nur Szenen des arabischen Lebens, auch weil Freunde und Bekannte in Riad gerne noch ein Bild von ihr haben wollten. Ab 1988 malte sie kaum noch arabische Motive, sondern wandte sich anderen Themen zu. Die Bilder wurden zunehmend detailreicher, die Formate größer und die technische Ausführung raffinierter. Die erste Hamburger Schaffensperiode ist die produktivste der Malerin. Kurz vor ihrem Ende, etwa ab November 1994 legte sie den Künstlernamen "Gisèle" ab und signierte nur noch mit ihrem richtigen Namen. Eine Auswahl von Werken aus dieser Periode sehen Sie im folgenden Abschnitt.
Die zweite Hamburger Periode - Trennung, Neuorientierung, Leitung zweier Malgruppen
Nach 32 Ehejahren trennt sich Gisela Al Amily von ihrem Mann und zieht am 1. März 1995 in eine kleine 1,5-Zimmer-Wohnung in Hamburg-Fuhlsbüttel. Sie muss sich völlig neu orientieren und spielt sogar mit dem Gedanken, mit fast 60 Jahren noch einmal als Au-pair-"Mädchen" nach Frankreich gehen. Doch bei der Vermittlungsstelle lacht man, als sie ihr Alter nennt. 1996 findet sie eine sehr befriedigende Aufgabe: Sie wird Leiterin einer Malgruppe beim Verein Lange Aktiv Bleiben. 1998 gründet sie dort eine weitere Gruppe. Diese insgesamt sieben Jahre dauernde Tätigkeit als Mal-Lehrerin ist sehr erfolgreich und mit mehreren "ihrer Maler" bleibt sie bis zum Tod befreundet. Einige ihrer Werke, die in dieser zweiten Hamburger Schaffensperiode entstanden, sehen Sie im folgenden Abschnitt.
Die erste Berliner Periode - Neubeginn, Wiederannäherung, Entdeckungen
Obwohl Gisela Al Amily in Hamburg und Umgebung viele Freunde hatte, einer ihrer Söhne dort lebte und sie sehr glücklich mit ihrer Arbeit als Leiterin zweier Malgruppen war, verspürte sie mit Mitte sechzig den Wunsch, sich an einem anderen Ort noch einmal ganz neu zu erfinden - in ihrer Traumstadt Dresden. Doch nach reiflicher Überlegung ließ sie von diesem Plan ab. Stattdessen fiel ihre Wahl auf Berlin. 2001 hatte sie ihrem Mann beim Umzug dorthin geholfen, und überhaupt hatte sich das Verhältnis zwischen ihnen verbessert. So zog sie im Dezember 2002 in den Osten Berlins in den Stadtteil Baumschulenweg in seine Nähe. Und bis zu ihrem Tod hatten sie, trotz - oder vielleicht gerade wegen - getrennter Wohnungen, eine gute Beziehung.
In Berlin stürzte sich die Künstlerin ins kulturelle Leben und begann, intensiv die Stadt und ihre Umgebung zu entdecken. Dies wurde dadurch erleichtert, dass sie in Berlin wesentlich zentraler wohnte als in Hamburg. Es existieren mehrere dicke Bücher voller Aufzeichnungen über diese Aktivitäten.
Eine Auswahl ihrer Werke aus dieser ersten Berliner Periode sehen Sie im folgenden Abschnitt.
Die zweite Berliner Periode - Umzug, erneute Erkrankung, das Lebenslicht verglimmt
Da sie sich in ihrer ersten Berliner Wohnung, vor allem wegen wiederholter nächtlicher "Musiküberfälle", wie sie es nannte, zunehmend unwohl fühlte, suchte sie händeringend nach einer anderen Wohnung und hatte Glück, als sie 2012 zu günstigen Konditionen eine Eigentumswohnung erstehen konnte, ebenfalls im Stadtteil Baumschulenweg. Dort fühlte sie sich sehr wohl. Doch weniger als ein Jahr nach dem Umzug wird im September 2013 bei ihr Lungenkrebs diagnostiziert. Wegen schlimmer Erfahrungen bei mehreren ihrer Freundinnen in den Jahren zuvor, eigenen Erlebens großer Unzuverlässigkeit in einem Kranknhaus, und da sie zunächst noch keine größeren Schmerzen hat, entscheidet sie sich gegen eine Therapie. Die letzten dreieinhalb Jahre verbringt sie mit einer außerordentlich positiven Haltung, die auch in ihren Gemälden zum Ausdruck kommt. Da ihre Kraft schwindet, malt sie ab 2014, ähnlich wie zu Beginn ihrer Laufbahn, fast ausschließlich kleinere Werke, für die sich nicht länger stehen muss. Obwohl sie sich des nahenden Endes bewusst ist, lässt keines ihrer Bilder dies erahnen, auch nicht ihr Letztes, das sie nur wenige Wochen vor ihrem Tod fertigstellt: "Völkerfreundschaft".


