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Briefwechsel mit dem FAZ-Journalisten Michael Martens

Am 23. März 2000 erscheint in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) ein langer Artikel des Journalisten Michael Martens über die Stadt Uelzen, in der sie mehrfach mit Lüneburg und Celle verglichen wird - und dabei schlecht abschneidet. Am 29. März schreibt Gisela Al Amily einen Brief an den Journalisten, in dem sie ihn auf einen schwerwiegenden Mangel seines Artikels hinweist und eine Lanze für ihre Heimatstadt bricht. Der Journalist antwortet ihr, woraufhin die Künstlerin ihm noch einmal antwortet.


29. III. 2000

 

Sehr geehrter Herr Martens,

als gebürtige Uelzenerin habe ich mit großem Interesse Ihren Artikel "Ein kühner Plan ..." in der FAZ v. 23. III. 2000 gelesen.Anm.1

Mehrfach vergleichen Sie Uelzen mit Lüneburg u. Celle - wobei Uelzen schlecht abschneidet - ohne einmal zu erwähnen, daß diese Stadt - abgesehen von einigen Bombenangriffen - in den letzten Kriegstagen schwer zerstört wurde während des 5-Tage-Kampfes.

Ganze Fachwerkhäuserzeilen gingen dabei unwiderruflich verloren. Lüneburg u. Celle dagegen blieben verschont u. dürfen sich bis heute ihrer ganzen Schönheit erfreuen.

Sicherlich ist in den Nachkriegsjahren in Uelzen vieles versäumt worden, jedoch stelle ich seit langem bei jedem Besuch in meiner Heimatstadt eine sehr positive Entwicklung fest.

Beiliegend ein paar alte Aufnahmen - vorher u. nachher.

Uelzen war auch kein hässliches Entlein.

Mit freundlichen Grüßen

Gisela Al Amily


Antwort des Journalisten Michael Martens vom 19. April 2000

In einem Brief aus Finnland vom 19. April 2000 Antwortet Michael Martens der Künstlerin. Er bedankt sich für den Brief und die beigefügten für ihn sehr interessanten Kopien und teilt mit, dass keiner der Uelzener, mit denen er während der Vorbereitungen für den Artikel gesprochen hat, die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg erwähnt hat.

Er stimmt ihr im Wesentlichen zu, dass sich in Uelzen einiges verbessert hat und schreibt, dass sein Artikel eigentlich ein mit einem Augenzwinkern versehenenes liebevolles Porträt gewesen sein sollte, in das möglicherweise jedoch etwas zu viel Augenzwinkern hineingeraten sei.


Antwort Gisela Al Amilys vom 1. Mai 2000


1.5.2000

 

Wer kennt mich in Finnland?? - gespannt öffnete ich Ihren Brief, lieber Herr Martens,

und war hoch erfreut über Ihre netten Zeilen.

Ihr "Augenzwinkern" hatte ich leider mißverstanden u. war verärgert (die Ostfriesen lachen auch am wenigsten über Ostfriesenwitze ...)

Ich hatte das "alte" Uelzen noch gekannt u. erlebte später (ich war 9 Jahre) den schrecklichen Beschuss, bei dem ein großer Teil der Innenstadt den Flammen zum Opfer fiel. Wahrscheinlich reagierte ich deshalb so empfindlich auf ihren Artikel.

Sollten Sie Interesse an Berichten u. Fotos von den Ereignissen im April 1945 haben, schicke ich Ihnen gerne Kopien.

Mit freundlichen Grüßen

Gisela Al Amily


Anm.1 "Ein kühner Plan für einen neuen Stolz - In Uelzen entsteht ein Hundertwasser-Bahnhof", Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 23. März 2000