Frühling - ein Gedicht der Malerin Gisela Al Amily
Dieses Gedicht schrieb die Malerin im März 2003, drei Monate nachdem sie von Hamburg nach Berlin-Baumschulenweg umgezogen war, in die Nähe ihres Mannes von dem sie sich ca. sieben Jahre zuvor getrennt hatte. Es handelt vom allmählichen Ausklingen des Winters und vom Anbruch des Frühlings - ihrem ersten Frühling in Berlin.
Frühling
Noch ist im Schlummer die Natur
und zeigt sich grau in grau,
Kein Vogel singt, die Elster nur
sucht Zweige zum Nesterbau.
Der Wind verweht das trockne Laub,
die Bäume sind schwarz und kahl,
die Fenster blind vom Straßenstaub,
noch scheint die Sonne fahl.
Voll Sehnsucht wünscht der Mensch herbei
der Blumen bunte Pracht,
das Vogelgezwitscher, das Kindergeschrei,
wenn fröhlich die Sonne lacht.
Doch schließlich werden Träume wahr.
Erstes Grün der Erde entsprießt,
Hier und da ein verliebtes Paar,
das den Frühling von Herzen genießt.
Der Himmel nun blau und mild die Luft
zieht's die Menschen in die Natur,
die ganz erfüllt von bezauberndem Duft. -
Welch' herrliche Frühjahrskur!
15.3.2003


