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Der 11. September 2001 - ein Text der Malerin Gisela Al Amily

Es ist der 11. September 2001. Gisela Al Amily ist mit einer Freundin auf Entdeckungstour in Oldenburg i. O. Trotz schlechten Wetters sind sie sehr zufrieden mit dem Erlebten und sie gehen zum Bahnhof. In der Bahnhofshalle scherzt die Malerin über die vielen Leute, die sich auf einer Leinwand offenbar einen Horrorfilm ansehen. - Dann sagt ein junger Mann was geschehen ist.


Der 11. September 2001

11. September. Madleine und ich sind wieder einmal auf Entdeckungstour. Diesmal ist unser Ziel Oldenburg i. O. Mit dem Wetter haben wir kein Glück: Regen und Wind. Madleine kauft sich einen Pullover, weil ihr kalt ist.

Wir schlendern durch die hübsche Fußgängerzone, besuchen das "Horst-Janssen-Museum" und essen Köstliches bei einem Türken.

Wir sind mit unserem Tag - trotz ungemütlicher Witterung - sehr zufrieden.

Gegen 1730 machen wir uns auf den Weg zum Bahnhof. In der Halle starrt eine große Menschenmenge auf eine riesige Leinwand, auf der dichte Qualmwolken und flüchtende Menschen zu sehen sind.

"Jetzt glotzen die Leute schon Horrorfilme auf dem Bahnhof", sage ich wegwerfend und lache.

Weil wir noch Zeit haben, rauchen wir eine Zigarette an einem Bistrotisch in einer Ecke. Als wir uns ein Getränk von einem Kiosk holen, spricht uns ein junger Mann an: "Wissen Sie eigentlich, daß der 3. Weltkrieg ausgebrochen ist?" "Mit so etwas scherzt man nicht", sage ich empört. "Aber es stimmt", erwidert er. Er läßt sich nicht abwimmeln. "Sehen Sie doch dort auf dem Bildschirm. 2 Flugzeuge sind in die Türme des World Trade Centers in New York und eines in das Pentagon in Washington gerast."

"Was??!!" schreien wir wie aus einem Munde. Nun starren auch wir entsetzt auf die Leinwand. Was wir dort sehen ist Apokalypse.

Wir müssen weiter, unser Zug fährt gleich. In den Abteilen gibt es nur ein Thema: der Terroranschlag.

Irgendwie sind die Menschen plötzlich freundlicher als sonst zu einander. Das Grauen und die Angst lässt sie zusammenrücken.

Zu Hause angekommen, schalte ich sofort das Radio an und erfahre nun Einzelheiten über die Katastrophe. Sie lässt mich nicht los, auch nicht in der Nacht - bis ich gegen Morgen erschöpft einschlafe.

 

Aufgeschrieben am 10.4.2003