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Eine Fremde im eigenen Land - ein Text der Malerin Gisela Al Amily

Kurze Zeit nach der Geburt ihres zweiten Sohnes muss die Künstlerin in Uelzen wegen ihrer Kinder zur Ausländerbehörde. Ein Beamter macht ihr unmissverständlich klar, dass sie wieder in Deutschland ist ... Auch sonst ist die erste Zeit zurück in der Heimat wenig erfreulich.


Eine Fremde im eigenen Land

Die Ausländerbehörde lud mich vor - wegen meiner irakischen Kinder.
Der Beamte würdigte mich kaum eines Blickes und behandelte mich "von-oben-herab". Als auch er mir mitteilte, ich dürfe mich nicht Al Amily nennen, entgegnete ich ungeduldig, alles sei korrekt. Nicht für ihn. "Wenn Ihr Mann nach Deutschland kommt, muß er Ihnen notariell bestätigen, daß Sie seinen Namen tragen dürfen." "In den vergangenen sechs Jahren hatte er nichts dagegen." zischte ich empört. - Ja, ich war in Deutschland.... alles hatte seine Ordnung...

Hier waren die Leute sehr beschäftigt. Mein Bruder schaffte erst einen Tag vor meiner Entlassung einen Besuch in der Klinik. Meine Schwägerin sah mein Baby zum ersten Mal, als es bereits sechs Wochen alt war. Die wenigen Freundinnen, die ich noch in Uelzen hatte, waren mit sich und ihrer Familie beschäftigt. Ohne Partner wurde ich zu keiner Party eingeladen. Ich war enttäuscht und traurig. Nur Marlies Meyer, die Frau meines Jugendfreundes, die ich einen Tag vor meinem Abflug nach Bagdad kennengelernt hatte, kümmerte sich zunehmend um mich. Wir wurden Freundinnen.